Wird Irvine zum St. Pauli-Retter?
KAPITÄN Viele sehnen sein Comeback herbei.
Für die Wende muss aber mehr passieren, sagt Legende Boll
«Ein fitter Jackson Irvine könnte den Jungs
drumherum sicherlich einen Push geben.»
- Fabian Boll
21 Nov 2025 - Hamburger Morgenpost
Von STEFAN KRAUSE
Wenn man sieben Ligaspiele am Stück vergeigt hat, klammert man sich an jeden Strohhalm, der in irgendeiner Art und Weise Hoffnung auf Besserung macht. Beim FC St. Pauli hatte man nach dem grandiosen Saisonstart noch mutmaßen können, der am Fuß operierte Jackson Irvine würde es enorm schwer haben, an Joel Chima Fujita und James Sands im zentralen Mittelfeld vorbei und in die Startelf zu kommen nach seiner Genesung. Jetzt ist der Kapitän wieder fit – und von seiner möglichen Rückkehr in die Anfangsformation versprechen sich viele eine Signalwirkung.
Der Testlauf ist schon mal geglückt. In der Nacht zum Mittwoch hatte Irvine sein Startelf-Comeback für Australien gegeben im Länderspiel gegen Kolumbien und exakt eine Stunde lang mitwirken können. Sämtliche Gegentreffer bei der 0:3-Niederlage der Socceroos fielen nach seiner Auswechslung, was für den Status des 32-Jährigen in der Nationalelf spricht. Auch auf dem Kiez ist man sich der Bedeutung des Routiniers bewusst, zu hoch sollten die Erwartungen aber nicht sein, mahnt ein Ex-Profi, der einst die Irvine-Rolle in BraunWeiß innehatte.
Das Warum erschließt sich Fabian Boll auch nicht wirklich, wenn es darum geht, den Absturz seit dem dritten Spieltag zu ergründen. „Diese Galligkeit, die Kompaktheit, mit allem, was man hat, das Tor zu verteidigen – das ist alles so ein bisschen abhandengekommen“, hat der heute 46-Jährige festgestellt. Und um die Kurve wieder komplett zu kriegen, brauche es mehr als das Comeback eines Leistungsträgers, glaubt er.
„Per se würde ich erst einmal sagen, dass eine einzelne Person den Kohl jetzt auch nicht fett macht. Zumal du ja eigentlich ein paar Leute da hast mit Hauke Wahl, Eric Smith oder Nikola Vasilj, die das Heft des Handelns auch in die Hand nehmen können sollten“, schränkt Boll ein. Er bestritt zwischen 2003 und 2014 insgesamt 292 Profi-Partien für St. Pauli, nahezu alle im zentralen defensiven Mittelfeld, oft mit der Kapitänsbinde. Von daher weiß er auch: „Natürlich gibt es Spieler, die mit ihrer Anwesenheit dem einen oder anderen noch mal ein anderes Gefühl geben können auf dem Platz.“
Ein fitter Irvine, sagt Boll, „könnte den Jungs drumherum sicherlich einen Push geben. So etwas traue ich Wahl oder Smith im Grunde auch zu, aber als Innenverteidiger bist du eben ein bisschen weiter weg“. Einer, der das ganze Spielfeld beackere, habe dann doch einen anderen Draht zu den Mitspielern. „Auf der Position hast du einfach mehr Impact auf andere Mannschaftsteile, da kann man mehr eingreifen.“Von daher sei es sicherlich nicht so schlecht, wenn Irvine jetzt wiederkäme. „Als er gegen Freiburg wieder etwas länger dabei war, hat man schon gesehen, dass da ein bisschen Drive hineingekommen ist. Und er ist ja auch ein sehr kommunikativer Typ.“Das würde schon passen, wenn da ein positiver Flow entstünde. „Wenn er noch ein paar andere anzündet, dann ist es schon mal besser als gar nichts. Aber wie gesagt: Einer alleine wird es nie schaffen.“
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Irvine sarà il salvatore del St. Pauli?
CAPITANO - Molti attendono con ansia il suo ritorno. Ma per invertire la tendenza occorre fare di più, afferma la leggenda Boll
«Un Jackson Irvine in forma potrebbe dare
una spinta ai ragazzi che lo circondano.»
- Fabian Boll
21 novembre 2025 - Hamburger Morgenpost
di STEFAN KRAUSE
Quando si perdono sette partite di campionato in fila, ci si aggrappa a qualsiasi cosa che possa dare speranza di miglioramento. Dopo il magnifico inizio di stagione, il St. Pauli poteva ancora ipotizzare che Jackson Irvine, operato a un piede, avrebbe avuto enormi difficoltà a superare nelle gerarchie per il ruolo di centrocampista centrale Joel Chima Fujita e James Sands e a entrare nella formazione titolare dopo il suo recupero. Ora il capitano è di nuovo in forma e molti si aspettano che il suo possibile ritorno nella formazione iniziale abbia un effetto positivo.
Il test è già andato a buon fine. Nella serata di mercoledì, Irvine ha fatto il suo ritorno da titolare dell'Australia contro la Colombia, giocando per un'ora esatta. Tutti i gol subiti nella sconfitta per 0-3 dei Socceroos sono stati segnati dopo la sua sostituzione, il che la dice lunga sullo status del 32enne nella nazionale. Anche nel quartiere (di Amburgo nel quale ha sede il St. Pauli, ndr) si è consapevoli dell'importanza del veterano, ma le aspettative non dovrebbero essere troppo alte, avverte un ex professionista che un tempo ricopriva il ruolo di Irvine nei BraunWeiß.
Fabian Boll non riesce nemmeno lui a capire bene il perché, quando si tratta di spiegare il crollo dalla terza giornata di campionato. “Quella grinta, quella compattezza, quella voglia di difendere la porta con tutte le proprie forze... tutto questo è andato un po' perso”, ha osservato il 46enne. E per tornare del tutto in carreggiata, secondo lui ci vuole più che il ritorno di un giocatore-chiave.
«Di per sé, direi innanzi tutto che una persona soltanto non basta a fare la differenza. Tanto più che in realtà ci sono alcuni giocatori come Hauke Wahl, Eric Smith o Nikola Vasilj che dovrebbero essere in grado di prendere in mano le redini della squadra», precisa Boll. Tra il 2003 e il 2014 (Boll) ha disputato un totale di 292 partite da professionista per il St. Pauli, quasi tutte nel ruolo di centrocampista difensivo centrale, spesso con la fascia di capitano. Per questo sa bene che «ci sono giocatori che con la loro presenza possono dare a qualcuno un'altra sensazione in campo».
Un Irvine in forma, dice Boll, “potrebbe dare una spinta ai ragazzi che lo circondano. In fondo credo che anche Wahl o Smith siano in grado di farlo, ma come difensore centrale sei un po' più lontano (dal cuore del gioco, ndr)”. Chi copre tutto il campo ha un rapporto diverso con i compagni di squadra. “In quella posizione hai semplicemente un impatto maggiore sulle altre componenti la squadra, puoi intervenire di più”. Quindi non sarebbe affatto male se Irvine tornasse ora. “Quando è tornato in campo contro il Friburgo, si è visto che ha dato un po' di slancio alla squadra. Ed è anche un tipo molto comunicativo”. Sarebbe perfetto se si creasse un flusso positivo. “Se riesce a motivare anche qualcun altro, è già meglio di niente. Ma come ho detto: uno da solo non ce la farà mai”.
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Die Erinnerungen können helfen
21 Nov 2025 - Hamburger Morgenpost
FREDERIK AHRENS f.ahrens@mopo.de
Die Bundesligatauglichkeit wird ihnen nicht zum ersten Mal abgesprochen. In der vergangenen Saison war der kritische Peak am dritten Spieltag erreicht. Der FC St. Pauli hatte nach einem äußerst wackligen Pokalsieg gegen den Halleschen FC zum Bundesliga-Start gegen Heidenheim, Union Berlin und Augsburg verloren. Null Punkte und ein Tor standen auf dem Konto. Das werde nicht gutgehen, unkten viele.
Innerhalb von 90 Minuten aber hatte sich die Stimmungslage rund ums Millerntor gedreht. Ein 0:0 gegen Leipzig hatte dafür ausgereicht. Der FC St. Pauli hatte sich in diesem Spiel völlig anders präsentiert als zuvor, war dem hohen Favoriten überlegen. Die zuvor verunsicherte Mannschaft wirkte plötzlich stabil, mutig, griffig in den Zweikämpfen.
An den 22. September 2024 dürften sich vor allem die Führungsspieler erinnern – und aus dieser Erfahrung Kraft schöpfen, um die Mannschaft noch einmal aus der scheinbaren Sackgasse zu führen. Die aktuelle Krise magsichnoch schwerer anfühlen. Sieben Liga-Pleiten in Folge sind ein Brett, die Parallelen aber sind doch unverkennbar.
Schon damals gab es vor der Wende ein erstes, kurzes Aufbäumen: Bei der 1:3-Pleite in Augsburg hatte St. Pauli in den letzten 20 Minuten deutlich stärker gespielt als zuvor. In Freiburg trug sich vor knapp zwei Wochen Ähnliches zu. Die Mannschaft zeigte, dass sie – angeführt und wachgerüttelt von Joker-Kapitän Jackson Irvine – durchaus mithalten kann.
Gegen Leipzig gelang die Wende an einem Sonntag. Das Millerntor war voll da. Von der ersten Minute an. Und es wurde immer lauter, weil der Funke übersprang. Mit jedem gewonnenen Zweikampf. Mit jeder Torchance. Diesmal kommt Union Berlin. An einem Sonntag. Und jeder, der das rare Glück hat, ein Ticket zu haben, darf sich bewusst sein, dass er Einfluss nehmen kann: laut sein, die Mannschaft auch nach Rückschlägen tragen – all das kann ein kleines Stück zur Wende beitragen.
Denn nichts wird in der jetzigen Phase von allein gehen. St. Pauli, das in der Bundesliga fast allen Gegnern individuell unterlegen ist, muss ans Limit gehen. Auf allen Ebenen. Nur dann wird man sich befreien können. Sowievor14 Monaten.
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I ricordi possono aiutare
21 novembre 2025 - Hamburger Morgenpost
FREDERIK AHRENS f.ahrens@mopo.de
Non è la prima volta che viene messa in discussione la loro idoneità alla Bundesliga. La scorsa stagione il picco critico è stato raggiunto alla terza giornata. Dopo la vittoria in coppa estremamente incerta contro l'Hallescher FC, l'FC St. Pauli aveva perso contro Heidenheim, Union Berlin e Augsburg all'inizio della Bundesliga. Zero punti e solo un gol all'attivo. Molti erano pessimisti.
Ma nel giro di 90 minuti l'umore intorno al Millerntor era cambiato. Era bastato uno 0-0 contro il Lipsia. Il St. Pauli si era presentato in quella partita in modo del tutto diverso rispetto al passato, dimostrandosi superiore al grande favorito. La squadra, prima insicura, era apparsa improvvisamente solida, coraggiosa, aggressiva nei duelli.
Il 22 settembre 2024 sarà ricordato soprattutto dai giocatori-chiave, che poi da quella esperienza trassero forza per guidare ancora una volta la squadra fuori dall'apparente vicolo cieco. L'attuale crisi può sembrare ancora più grave. Sette sconfitte consecutive in campionato sono un duro colpo, ma i parallelismi sono innegabili.
Già prima della svolta c'era stata una prima, breve reazione: nella sconfitta per 1-3 ad Augsburg, il St. Pauli aveva giocato molto meglio negli ultimi 20 minuti rispetto al resto della partita. A Friburgo, poco meno di due settimane fa, è successo qualcosa di simile. La squadra ha dimostrato di poter tenere il passo, guidata e stimolata dal capitano Jackson Irvine.
Contro il Lipsia (nel 2024, ndr), la svolta era arrivata di domenica. Il Millerntor era pieno. Fin dal primo minuto. E il tifo era diventato sempre più forte, perché la scintilla era scattata. Con ogni duello vinto. Con ogni occasione da gol. Questa volta arriva l'Union Berlin. Di domenica. E chiunque abbia la rara fortuna di avere un biglietto deve essere consapevole di poter influire: fare rumore, sostenere la squadra anche dopo le battute d'arresto – tutto questo può contribuire in piccola parte alla svolta.
Perché nella fase attuale nulla verrà da sé. Il St. Pauli, che nella Bundesliga è inferiore a quasi tutte le avversarie, deve spingersi al limite. A tutti i livelli. Solo così potrà liberarsi. Come 14 mesi fa.
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