HOFFENHEIM 2025-26 - Neustart mit Altlasten
CHRISTIAN ILZER (47) stieß in Hoffenheim auf Widerstände und war bereits angezählt.
Jetzt muss der Coach zügig liefern.
Damar und Asllani
sollen sich nun in der
Bundesliga beweisen.
MICHAEL PFEIFER
Kicker
Christian Ilzer nutzt gern Metaphern, um Sachverhalte zu erläutern. Seinen durchaus anspruchsvollen bis heiklen Auftrag verglich der Österreicher bei seinem Amtsantritt im vergangenen November mitten in der laufenden Saison mit einem „Reifenwechsel im fahrenden Auto". Das geriet dann allerdings mangels Profil heftiger und auch deutlich länger ins Schlingern als erwartet. Immerhin konnte der in seiner Heimat so erfolgsverwöhnte Meistertrainer das doch ziemlich demolierte Gefährt gerade noch rechtzeitig vor dem Abgrund zum Stillstand bringen.
Zwischenzeitlich hatten die Hoffenheimer Bosse durchaus einen weiteren Fahrerwechsel erwogen, wie der intensive Flirt mit Sandro Wagner bewies, sich dann aber durchgerungen, Ilzer volle Unterstützung und Rückendeckung zu gewähren, um den Karren mit einer Grundüberholung wieder flott zu machen.
Also unternimmt der 47-Jährige nun seinen zweiten Versuch, den ersten mit Anlauf. Ein kontrollierter Boxenstopp sozusagen. Dank der ersten intensiven Vorbereitungunter seiner Leitung soll die TSG in der n eu en Saison unverkenn bar jenen Spielstil präsentieren, mit dem Ilzer vormals Sturm Graz zum Double führte. In allen Spielphasen, mit und ohne Ball, aktiv und aggressiv attackierend, sich und dem Gegner keine Atempause gönnend, möglichst zügig und schnörkellos die vertikalen Räume bespielend, jederzeit zum gut organisierten Gegenpressing bereit.
Doch dieser Neustart ist kein unbeschwerter, denn er hat nun mal seine wenig erfolgreiche Vorgeschichte. Ilzer wie der Klub schleppen noch erhebliche Altlasten mit sich herum. Rein personell spiegeln sich Transfer-Irrtümer (Berisha, Hranac, Orban) und deren Korrekturen, Ausgemusterte wie Florian Grillitsch oder zurückkehrende Langzeitverletzte (Bebou, Kabak, Prömel) in einem überfrachteten Kader wider. Schon aufgrund der Masse wird so nicht nur die reine Trainingsarbeit erschwert, sondern auch der unumgängliche soziale Prozess hin zu einer kompakten und eingeschworenen Einheit. Eine enorme Herausforderung für Ilzer und Sportgeschäftsführer Andreas Schicker, für die nötige Kaderhygiene zu sorgen, potenzielle Frustfaktoren oder Ruhestörer auszusortieren und dabei die finanziellen Verluste in Grenzen zu halten. Aber auch inhaltlich stieß Ilzer mit seiner Fußball-Idee auf Widerstände und Vorbehalte. Abzulesen an mal mehr, mal weniger deutlichen Auslassungen seiner zuweilen arg frustrierten Führungsspieler wie Kapitän Oliver Baumann oder Stellvertreter Andrej Kramaric. Der zwischenzeitlich angezählte Cheftrainer muss nicht nur auf dem Spielfeld die lichten Reihen schließen. Da gilt es, fachliche Überzeugungsarbeit zu leisten, um die Zweifel auszuräumen, die die bisherige Zusammenarbeit begleiteten. Es geht darum, die Truppe zu einen und die Kabine vorbehaltlos auf Kurs zu bringen. Das wird kein Selbstläufer.
Zumindest die erkannten Schwachstellen im Kader k o n n t e Schicker zügig und vergleichsweise günstig besetzen, schließlich schränken die Rekordinvestitionen der Vorsaison von rund 70 Millionen Euro, die überwiegend vor seiner Amtszeit angefallen waren, den Handlungsspielraum ein. Dennoch wurden die Problemzonen in der von einer Flut von 68 Gegentoren erschütterten Defensive zielsicher aufgefüllt. Aus Boc h u m wurde ablöse frei mit Bernardo ein Bundesliga-erfahrener und linksfüßiger Haudegen geholt, der innen wie außen verteidigen kann. Auch der Transfer des eben falls linksfüßigen Japaners Koki Machida blieb mit 4.75 Millionen Euro im Rahmen, der für acht Millionen Euro aus Basel geholte Leon Avdullahu soll als defensiv denken der und handeln der Sechser stabilisieren. Im Angriff kam der einstige U-21-Nationalstürmer Tim Lemperle aus Köln ebenso ablöse frei wie die beiden Eigengewächse Muhammed Damar und Fisnik Asllani, die sich nach erfolgreichen Leihen nach Elversberg nun auch in der Bundesliga beweisen sollen.
Auch aus Gründen der finanziellen Balance wurde noch Leistungsträger Anton Stach für 18 Millionen Euro plus möglicher Boni zu Leeds United abgegeben und dafür umgehend Wouter Burger aus Stoke für 4,2 Millionen geholt. Valentin Gendreys Verletzung (Knöchelbruch) muss ebenso aufgefangen werden.
Ilzers zweiter Versuch bleibt also auf vielen Ebenen spannend, zumal das Projekt nun zügig Wirkung zeigen muss und das Hoffenheimer Auftaktprogramm (Pokal in Rostock, in der Liga in Leverkusen, gegen Frankfurt, bei Union Berlin, gegen Bayern München und in Freiburg) ein durchaus anspruchsvolles ist.
MICHAEL PFEIFER
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TRAINER & TEAM
CHRISTIAN ILZER
Während Chefcoach Christian IIzer (47) mit seiner ersten regulären Saisonvorbereitung seinen zweiten Anlauf nimmt, wurde im Trainerstab anderweitig rotiert. So haben mit Benjamin Hübner (36, zum DFB) und Frank Fröhling (47, Vertrag nicht verlängert) zwei bisherige Co-Trainer die TSG verlassen, zudem sucht auf eigenen Wunsch auch Torwarttrainer Alexander Stolz (41, Vertrag ausgelaufen) eine neue Herausforderung.
Dessen Nachfolge tritt Rückkehrer Marian Petkovic (46, zuletzt Wehen Wiesbaden) an, der einst für Hoffenheim im Tor stand und vormals auch die Keeper in der T S G - Akademie schulte. Nur eine der beiden Assistentenstellen wurde neu sowie prominent besetzt: Mit Moritz Volz (42) wurde ein namhafter Ex-Profi verpflichtet, der auch als Co-Trainer schon einige Erfahrung sammelte und etwa Julian Nagelsmann seinerzeit in Leipzig assistierte. Auch Teammanager Maximilian Vollmar (39) wurde von seinen Aufgaben entbunden, Daniel Uthmann (34) und Christoph Kraatz (41) rücken dafür auf. Insgesamt also hat sich die Gruppe der Verantwortlichen im direkten Mannschaftsumfeld schon nennenswert verändert.
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CHRISTIAN ILZER (47) ha incontrato resistenze all'Hoffenheim ed era già con le spalle al muro.
Ora l'allenatore deve portare subito risultati.
Un nuovo inizio con i vecchi fardelli
Damar e Asllani devono ora dimostrare il loro valore in Bundesliga.
MICHAEL PFEIFER
Kicker
Christian Ilzer ama usare metafore per spiegare le cose. Quando ha assunto l'incarico, lo scorso novembre, nel bel mezzo della stagione, l'austriaco ha paragonato il suo compito, decisamente impegnativo e delicato, a un «cambio di pneumatici su un'auto in corsa». A causa della carenza di profili, però, la manovra è risultata più traumatica e molto più lunga del previsto. Tuttavia, l'allenatore campione d'Austria, abituato al successo nel suo Paese, è riuscito a fermare il veicolo piuttosto malandato appena in tempo prima che precipitasse nel baratro.
Nel frattempo, i dirigenti dell'Hoffenheim avevano preso in considerazione un altro cambio di pilota, come dimostrato dall'intenso corteggiamento di Sandro Wagner, ma poi hanno deciso di garantire a Ilzer pieno sostegno e appoggio per rimettere in carreggiata il mezzo dopo una completa revisione.
Il 47enne sta quindi tentando per la seconda volta, dopo un primo tentativo con slancio. Una sosta ai box controllata, per così dire. Grazie alla prima intensa preparazione sotto la sua guida, nella nuova stagione l'Hoffenheim dovrebbe presentare lo stesso stile di gioco con cui Ilzer ha portato lo Sturm Graz al Doppelt (campionato e Coppa d'Austria 2023-24, ndr). In tutte le fasi di gioco, con e senza palla, attaccando in modo attivo e aggressivo, senza concedere tregua né a sé stessi né agli avversari, giocando negli spazi in verticale nel modo più rapido e diretto possibile, pronti in ogni momento a un contropiede ben organizzato.
Ma questo nuovo inizio non sarà per niente facile, perché ha alle spalle una storia poco brillante. Sia Ilzer sia il club si portano dietro un pesante fardello. Dal punto di vista strettamente personale, gli errori nella campagna-trasferimenti (Berisha, Hranac, Orban) e le relative correzioni, i giocatori scartati come Florian Grillitsch o quelli che tornano da infortuni di lunga durata (Bebou, Kabak, Prömel) si riflettono in una rosa sovraccarica. Già solo per la massa, ciò non solo rende più difficile il puro lavoro di allenamento, ma anche l'inevitabile processo di gruppo verso un'unità compatta e affiatata. Una sfida enorme per Ilzer e il direttore sportivo Andreas Schicker, che devono garantire la necessaria pulizia della rosa, eliminare potenziali fattori di frustrazione o disturbatori e allo stesso tempo limitare le perdite finanziarie. Ma anche dal punto di vista dei contenuti, Ilzer ha incontrato resistenze e riserve con la sua idea di calcio. Lo si può dedurre dalle omissioni, a volte più o meno evidenti, dei suoi giocatori di punta, a volte molto frustrati, come il capitano Oliver Baumann o il vice, Andrej Kramaric. L'allenatore, nel frattempo messo alle strette, non solo deve serrare le fila in campo. È necessario che svolga un lavoro di persuasione professionale per dissipare i dubbi che fino a ora ne hanno accompagnato la gestione. Si tratta di compattare la squadra e di riportare lo spogliatoio sulla strada giusta, senza riserve. Non sarà un gioco da ragazzi.
Schicker è riuscito almeno a colmare in fretta e in modo relativamente economico le lacune individuate nella rosa, dato che gli investimenti-record della stagione precedente, pari a circa 70 milioni di euro, effettuati per lo più prima del suo insediamento, ne limitano il margine di manovra. Ciononostante, le zone problematiche della difesa, scossa da una valanga di 68 gol subiti, sono state colmate con precisione. Dal Bochum è stato prelevato a titolo gratuito Bernardo, un mancino veterano della Bundesliga e mancino capace di difendere sia da centrale sia da esterno. Anche il trasferimento del giapponese Koki Machida, anch'egli mancino, è rimasto entro i limiti con 4,75 milioni di euro, mentre Leon Avdullahu, arrivato dal Basilea per 8 milioni di euro, dovrebbero stabilizzare il centrocampo sia in regia sia in fase difensiva. In attacco è arrivato a parametro zero dal Colonia l'ex nazionale Under 21 Tim Lemperle, a cui si sono aggiunti i prodotti del vivaio Muhammed Damar e Fisnik Asllani, che dopo i convincenti prestiti all'Elversberg dovranno ora confermare il loro valore in Bundesliga.
Anche per ragioni di equilibrio finanziario, il giocatore-chiave Anton Stach è stato ceduto al Leeds United per 18 milioni di euro più eventuali bonus e subito sostituito con Wouter Burger, proveniente dallo Stoke, per 4,2 milioni. Anche l'infortunio di Valentin Gendrey (frattura a una caviglia) dovrà essere compensato.
Il secondo tentativo di Ilzer rimane quindi emozionante sotto molti aspetti, soprattutto perché il progetto deve ora dare rapidamente frutti e il programma iniziale dell'Hoffenheim (Coppa di Germania a Rostock, in campionato a Leverkusen, contro il Francoforte, a Berlino contro l'Union, contro il Bayern Monaco e a Friburgo) sarà da subito piuttosto impegnativo.
MICHAEL PFEIFER
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ALLENATORE E SQUADRA
CHRISTIAN ILZER
Mentre l'allenatore Christian IIzer (47) fa il suo secondo tentativo con la sua prima stagione dall'inizio, ci sono stati altri cambiamenti nello staff tecnico. Benjamin Hübner (36 anni, passato alla DFB, la Federcalcio tedesca, ndr) e Frank Fröhling (47 anni, contratto non rinnovato), due ex vice allenatori, hanno lasciato il TSG, mentre l'allenatore dei portieri Alexander Stolz (41 anni, contratto scaduto) ha deciso di cercare una nuova sfida.
Il suo successore è Marian Petkovic (46 anni, proveniente dal Wehen Wiesbaden), che in passato ha giocato come portiere dell'Hoffenheim e ne ha poi anche allenato i portieri del vivaio. Solo uno dei due posti di assistente è stato ricoperto da una nuova figura di spicco: con Moritz Volz (42) è stato ingaggiato un ex professionista di fama, che ha già maturato una certa esperienza come vice allenatore e che all'epoca era assistente di Julian Nagelsmann al Lipsia. Anche il team manager Maximilian Vollmar (39) è stato sollevato dall'incarico, sostituito con Daniel Uthmann (34) e Christoph Kraatz (41). Nel complesso, quindi, il gruppo dei responsabili nell'ambiente diretto della squadra ha subito cambiamenti significativi.

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