Bundesliga-Wiedersehen zwischen Köln und Hamburg nach acht Jahren
1 Nov 2025 - Rheinische Post
VON ANDREAS ASEN
(sid) Als sie das letzte Mal in der Bundesliga aufeinandertrafen, war Angela Merkel Bundeskanzlerin und die Corona-Pandemie noch in weiter Ferne. Damals im Januar 2018 gewann der 1. FC Köln mit 2:0 beim Hamburger SV - und am Ende der Saison stiegen die beiden Schwergewicht des deutschen Fußballs ab.
Beim Bundesliga-Wiedersehen fast acht Jahre später ist nichts mehr wie damals, aber Eindruck haben die beiden Aufsteiger mit den großen Namen in den ersten Wochen der neuen Saison durchaus hinterlassen. Auch bei Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany. „Ich weiß, wie es ist, als Aufsteiger die erste Saison zu machen“, hatte er nach dem Pokalerfolg der Münchner in Köln gesagt. Wichtig sei der Glaube der Mannschaft, jedes Spiel gewinnen zu können. „Und das hat der FC. Das ist die Basis.“
Das zeichnet auch den HSV aus, der aus den ersten acht Partien drei Punkte weniger als die Kölner geholt hat. Beide wollen wieder den Erfolg vergangener Tage erreichen, wissen aber, dass der Weg dorthin steinig und mit harter Arbeit verknüpft ist. „Die Bundesliga ist für uns ein Highlight. In den Spielen gegen die besten vier, fünf Mannschaften kann man vielleicht etwas klauen, aber gegen die anderen muss man schauen, dass man punktet“, sagte FC-Trainer Lukas Kwasniok vor dem Duell am Sonntag (15.30 Uhr/Dazn) in Köln: „Der HSV ist ein Mitaufsteiger, hat eine gute Entwicklung genommen. Es wird ein absolutes Pari-Spiel werden.“Der HSV habe „Top-Transfers getätigt“, lobte Kwasniok „Die Mannschaft hat extrem an Qualität dazugewonnen. Sie können den Ansatz von Merlin (HSV-Trainer Merlin Polzin, d. Red.), fußballerisch Akzente zu setzen, gut umsetzen. Da sind sie uns einen kleinen Step voraus.“
Für den FC gehe es darum, „am Ende genügend Punkte zu haben, um über dem Strich zu stehen.“Köln sei wie der HSV und viele weitere Mannschaften auf einem ähnlichen Leistungsniveau, daher sei die Tabelle zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht entscheidend. „Ich glaube nicht, dass es eine Weichenstellung gibt“, stellte Kwasniok klar.
Mut sollen dem FC in einer langen Saison die Erfahrungen aus den vier Niederlagen in den Spielen gegen München, Dortmund, Stuttgart und Leipzig machen. „Wir haben gesehen, dass wir ihnen Paroli bieten können - zumindest temporär“, sagte Kwasniok: „Wir wollen die Lücke schließen und uns verbessern.“
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Kölner Fußball-Ikone Hannes Linßen gestorben
1 Nov 2025 - Rheinische Post
(sid) Als junger Fußballer trug Hannes Linßen bereits seine berühmte wilde Halbglatze, als Trainer prägte er unter dem legendären Vereinspräsidenten Jean Löring bei Fortuna Köln eine turbulente Ära. Im Alter von 76 Jahren ist Linßen verstorben. Dies gab der in der Regionalliga beheimatete Klub aus der Kölner Südstadt am Freitag bekannt.
Der gebürtige Wachtendonker Linßen bestritt für den MSV Duisburg zwischen 1968 und 1974 113 Bundesliga-Spiele und schrieb 1971 Geschichte, als er die erste Gelbe Karte im deutschen Fußball-Oberhaus erhielt. Zu Unrecht obendrein er war mit seinem Mitspieler Djordje Pavlic verwechselt worden.
Für die Fortuna kam Linßen bis 1984 auf 311 Zweitliga-Partien, ehe er den Klub in der Saison 1985/86 als Trainer übernahm. Am Ende der Spielzeit scheiterte Fortuna dramatisch in der Bundesliga-Relegation an Borussia Dortmund: Nach einem 2:0-Heimsieg im Hinspiel kassierte Köln im Rückspiel in der Nachspielzeit das 1:3 durch Jürgen Wegmann - im Entscheidungsspiel ging Fortuna 0:8 unter. Insgesamt dreimal trainierte Linßen die Fortuna, letztmals 1995 - dann wurde er vom Exzentriker „Schäng“ Löring gefeuert. Zuletzt war Linßen von 1998 bis 2002 Sportdirektor des Stadtrivalen 1. FC Köln, den er zuvor schon als Co-Trainer und in der Saison 1991/92 für ein Bundesliga-Spiel als Interimscoach betreut hatte – die Rivalität zwischen den beiden Kölner Klubs war zumindest für den allseits anerkannten Fachmann Linßen keine.
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