Ein Balanceakt für mehr Stabilität


FOTO: DAVID INDERLIED/DPA - Alles Kopfsache: Eugen Polanski hat in 17 Spielen als Trainer von Borussia Mönchengladbach einmal die Rundum-Erfahrung gemacht, was dieser Job alles bedeutet.

Eugen Polanski ist seit 17 Spielen Trainer in Mönchengladbach. Er musste lernen, dass es nicht leicht ist, Mut und Stabilität zu verbinden. Bei Gegner Leverkusen ist die Realität für Kollege Kasper Hjulmand eine gänzlich andere.

7 Feb 2026 - Rheinische Post - Mönchengladbach and Korschenbroich
VON KARSTEN KELLERMANN UND SEBASTIAN BERGMANN

Eugen Polanski ist seit 17 Spielen Trainer in der Bundesliga. Es begann am vierten Spieltag dieser Saison mit dem 1:1 bei Bayer Leverkusen, nun steht am Samstag (18.30 Uhr, Sky) das Rückspiel gegen die Werkself an für Borussia Mönchengladbach – und Polanski, mit 39 einer der jüngsten Trainer im deutschen Oberhaus und mit gerade mal einer Halbserie Erfahrung hier oben ausgestattet, steckt in einem Dilemma zwischen Mut und Stabilität, zwischen Erwartungen und Realität.

Polanski ist in namhafter Gesellschaft, war eben dieses Dilemma doch eines, das auch Gladbachs Meistertrainer Hennes Weisweiler plagte und diesen immer wieder darüber in Streit geraten ließ mit seinem Star Günter Netzer: „Die Grundidee unseres schönen Spiels, nämlich Tore zu schießen und Tore zu verhindern“, wie in Weisweilers Abhandlung „Der Fußball“zu lesen ist.

Weisweilers Antwort kam von Herzen: „Lieber 5:4 als 1:0.“Doch Titel – Gladbach dachte damals in anderen Sphären als heute – gab es dafür nicht, dafür war mehr defensive Stabilität nötig als der ständige Hurra-Stil, den Weisweiler präferierte. Netzer plädierte für die Pragmatik, die Abwehr mit echten Haudegen zu stärken. Er behielt Recht: Gladbachs meisterhafte Zeit begann mit Luggi Müller und KlausDieter Sieloff.

Im Grunde ist es diese Kernfrage des Fußballs, die auch Polanski beschäftigt, die da lautet: Wie kriegt man die optimale Balance zwischen Offensive und Defensive hin? „Es ist wichtig, dass wir möglichst nah an 50:50 herankommen“, sagte Polanski zuletzt. Damit definierte er das Ideal.

Doch die vergangenen Monate haben ihn gelehrt, dass es einfach schwer ist, dies hinzukriegen. Zumal mit einem Team, das geprägt ist von Wankelmut, und in einem Klub, der durchaus große Erwartungen an einen wie ihn hat: den Coach aus dem eigenen Stall, der Borussia seit frühester Jugend kennt und lebt.

„Wir wollen nicht Fußball verteidigen, das gehört dazu, ja, aber wir wollen auch Fußball spielen“, stellte Polanski im Vorfeld des Topspiels gegen Leverkusen klar. Auch in diesem Spiel der ungleichen rheinischen Nachbarn (hier das gefährdete Gladbach, da das Topteam Leverkusen) hält er seine Mannschaft dazu an. Doch darf Spielfreude nicht nach hinten losgehen, dann kommt sie als naiv daher. Die Krux ist: Klappt das eine bei Gladbach, ist das andere oft das Problem.

Der gegnerische Strafraum ist allzu oft Borussen-freie Zone, weswegen die Torschuss-Bilanz minimalistisch ist in den vergangenen Wochen. Wie in Bremen. „Wir haben kaum etwas zugelassen“, frohlockte Polanski. Das „Aber“an der Weser: Gladbach spielte miserabel, das Führungstor entsprang einer der ganz wenigen Chancen, drumherum war wenig Konzept-Fußball erkennbar.

Dabei hatte der Trainer, nachdem er sein Team zwischenzeitlich stabilisiert und auf Erfolge getrimmt hatte, gedacht, es sei schon reif für den nächsten Schritt, für mehr Ganzheitlichkeit – hinten sicher, schön nach vorn – und gar systemtaktische Experimente. Doch kam all das zu früh.

Plötzlich gab es wieder zu einfache Gegentore, das nagte am Selbstvertrauen, Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit kamen, plötzlich geht es nicht um Fortschritt, sondern darum, nicht noch weiter zurückzufallen oder in einer Katastrophe zu enden.

Die Erwartung, dass der junge Trainer aus dem eigenen Stall nun enorm auf die Jugend setzt, ist groß und gefühlt wird jedes Spiel, in dem Top-Talent Wael Mohya keine Rolle spielt, Polanski vorgehalten. Der weiß inzwischen, dass die Wahrheit ist: Wer wagt, gewinnt nicht immer. Aber eben auch: Wer zu wenig wagt, wird auch nicht belohnt.

Polanski hat das Vertrauen des Klubs, das hat Präsident Rainer Bonhof im Interview mit unserer Redaktion noch mal bestätigt. Zu Polanskis Auftrag gehört, dass er mutig sein darf und sein soll. Doch müssen letztlich die Ergebnisse stimmen, das ist das vorderste Prinzip im Fußball. An dieser Realität wird auch Polanski gemessen werden.

Von den ersten 17 Ligaspielen unter der Regie von Kasper Hjulmand gewann Gegner Leverkusen derweil elf. Und trotz dieser Bilanz des Dänen nach einer potenziellen Halbserie bleiben die Verantwortlichen unterm Bayer-Kreuz mit Blick auf die Erwartungen realistisch. Angesichts des XXL-Umbruchs im Sommer sind Rückschläge auf dem Weg zurück zu einem Spitzenteam weiter fest einkalkuliert.

So blieben die Klubverantwortlichen um Sportgeschäftsführer Simon Rolfes auch nach dem mit drei Pflichtspielniederlagen misslungenen Start in die zweite Saisonhälfte ruhig, verzichteten auf größere Experimente auf dem Wintertransfermarkt. Die letzten vier Partien vor dem Spiel am Samstag hat das Team allesamt gewonnen.

Berücksichtigt man das große Missverständnis mit dem in Rekordzeit entlassenen Erik ten Hag zum Saisonstart, ist die Entwicklung der Leverkusener seit Hjulmands Amtsantritt Mitte September durchaus positiv zu bewerten. Zumal das Team in den Play-offs der Champions League steht und durch ein 3:0 unter der Woche gegen den FC St. Pauli das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht hat.

Spielerisch zeigte Bayer gegen Ende des vergangenen Jahres bereits einige vielversprechende Auftritte. Wie in den Jahren zuvor setzt Bayer auch unter Hjulmand auf Ballbesitzfußball und einen spielerischen Ansatz, wobei die Offensivreihe bislang leicht unterdurchschnittlich ihre Chancen verwandelt. Zu den größten Schwächen des Teams gehört das Abwehrverhalten bei ruhenden Bällen. So fiel auch der späte Ausgleich zum 1:1 im Hinspiel gegen Gladbach nach einem Eckball in der Nachspielzeit.

***

FOTO: DAVID INDERLIED/DPA
È tutta una questione di testa: in 17 partite come allenatore del Borussia Mönchengladbach, 
Eugen Polanski ha sperimentato in prima persona tutto ciò che questo lavoro comporta.

Un perfetto equilibrio per una maggiore stabilità

Eugen Polanski allena la prima squadra del Borussia Mönchengladbach da 17 partite. 
Ha dovuto imparare che non è facile coniugare coraggio e stabilità. 
Per il suo collega (e prossimo avversario, ndr) Kasper Hjulmand, allenatore del Bayer Leverkusen, la realtà è completamente diversa.

7 febbraio 2026 - Rheinische Post - Mönchengladbach e Korschenbroich
DI KARSTEN KELLERMANN E SEBASTIAN BERGMANN

Eugen Polanski allena in Bundesliga da 17 partite. Ha esordito alla quarta giornata di campionato con l'1-1 contro il Bayer Leverkusen, ora sabato (alle 18:30, Sky) è in programma la partita di ritorno contro la Werkself per il Borussia Mönchengladbach – e Polanski, a 39 anni uno degli allenatori più giovani della massima serie tedesca e con appena mezza stagione di esperienza alle spalle, si trova di fronte a un dilemma tra coraggio e stabilità, tra aspettative e realtà.

Polanski è in buona compagnia, poiché questo dilemma tormentava anche lo storico allenatore (tre volte, 1970, 1971, 1975; ndr) campione di Germania con il 'Gladbach, Hennes Weisweiler, e lo portava ripetutamente a litigare con la sua stella Günter Netzer: “L'idea di base del nostro bel gioco, ovvero segnare gol e impedirne agli avversari”, come si legge nel manuale di Weisweiler “Der Fußball” (Il calcio).

La risposta di Weisweiler veniva dal cuore: «Meglio 5-4 che 1-0». Ma il titolo – all'epoca il 'Gladbach pensava in termini diversi rispetto a oggi – non arrivò subito, perché era necessaria una maggiore stabilità difensiva rispetto allo stile aggressivo preferito da Weisweiler. Netzer sosteneva la necessità di rafforzare la difesa con autentici guerrieri. Aveva ragione: il periodo di gloria del 'Gladbach iniziò con Luggi Müller e Klaus-Dieter Sieloff.

In fondo è questa la questione fondamentale del calcio che interessa anche Polanski: come si ottiene l'equilibrio ottimale tra attacco e difesa? “È importante avvicinarsi il più possibile al 50-50%”, ha affermato Polanski di recente. Con questa affermazione ha definito l'ideale.

Ma gli ultimi mesi gli hanno insegnato che è difficile riuscirci. Soprattutto con una squadra caratterizzata da instabilità e in un club che, nei suoi confronti, ha grandi aspettative: l'allenatore proveniente dal proprio vivaio (allenava la formazione under 23, ndr), che conosce e vive il Borussia Mönchengladbach fin dalla più tenera età.

“Non vogliamo solo difenderci, fa parte del gioco, sì, ma vogliamo anche giocare a calcio”, ha chiarito Polanski alla vigilia della partita di cartello contro il Bayer Leverkusen. Anche in questa partita tra i due vicini renani così diversi (da una parte il Gladbach in difficoltà, dall'altra la squadra di vertice Leverkusen), esorta la sua squadra a farlo. Ma l'entusiasmo per il gioco non deve ritorcerglisi contro, altrimenti rischia di apparire ingenuo. Il punto cruciale è che se al 'Gladbach una cosa funziona, spesso un'altra è un problema.

L'area di rigore avversaria è troppo spesso una zona priva di giocatori del Borussia, motivo per cui il bilancio dei tiri in porta è stato minimo nelle ultime settimane. Come a Brema. “Non abbiamo concesso quasi nulla”, ha esultato Polanski, ma il “ma” in riva al Weser è stato che il Gladbach ha giocato male, e il gol del vantaggio è nato da una delle pochissime occasioni concesse, mentre per il resto si è visto poco calcio tattico.

Dopo aver stabilizzato la squadra e averla preparata per vincere, l'allenatore pensava che fosse già pronta per il passo successivo, per un gioco più completo – sicuro in difesa, bello in attacco – e persino per esperimenti tattici di sistema. Ma tutto questo è arrivato troppo presto.

Improvvisamente sono stati subiti gol troppo facili, il che ha minato la fiducia in se stessi e fatto sorgere dubbi sulle proprie capacità. Improvvisamente non si tratta più di progredire, ma di non rimanere ulteriormente indietro o di non finire in un disastro.

Le aspettative che il giovane allenatore proveniente dal vivaio punti ora enormemente sui giovani sono grandi e si ha la sensazione che ogni partita in cui il talento Wael Mohya non gioca un ruolo importante venga rimproverata a Polanski. Quest'ultimo ora sa che la verità è: chi osa non sempre vince. Ma anche: chi osa troppo poco non viene ricompensato.

Polanski gode della fiducia del club, come ha ribadito il presidente (ed vecchia gloria del 'Gladbach ai tempi d'oro di Weisweiler, ndr) Rainer Bonhof in un'intervista della nostra redazione. Il compito di Polanski è quello di essere coraggioso, ma alla fine ciò che conta sono i risultati: questo è il principio fondamentale nel calcio. E anche Polanski sarà giudicato in base a questa realtà.

Delle prime 17 partite di campionato sotto la guida di Kasper Hjulmand, il Bayer Leverkusen ne ha vinte 11. E nonostante questo (positivo) bilancio del danese dopo una potenziale metà stagione, i responsabili del Bayer rimangono realistici riguardo alle aspettative. Alla luce dei grandi cambiamenti avvenuti in estate, le battute d'arresto lungo il cammino per tornare a essere una squadra di vertice sono ancora da mettere in conto.

Così, anche dopo l'inizio fallimentare della seconda metà della stagione con tre sconfitte in partite ufficiali, i dirigenti guidati dal direttore sportivo Simon Rolfes hanno mantenuto la calma, rinunciando a grandi esperimenti nel mercato invernale. E la squadra ha vinto tutte e quattro le ultime partite.

Se si considera il grande malinteso con Erik ten Hag, esonerato a tempo di record all'inizio della stagione, la crescita del Bayer Leverkusen dall'insediamento di Hjulmand, a metà settembre, può essere valutato come decisamente positivo. Tanto più che la squadra è ai play-off della Champions League e ha raggiunto la semifinale della Coppa di Germania grazie alla vittoria per 3-0 in settimana contro il St. Pauli.

Verso la fine dello scorso anno, il Bayer ha già dato prova di sé con alcune prestazioni promettenti. Come negli anni precedenti, anche sotto la guida di Hjulmand il Bayer punta sul possesso palla e su un approccio ludico, anche se finora l'attacco ha convertito le occasioni in gol con una percentuale leggermente inferiore alla media. Uno dei maggiori punti deboli della squadra è la difesa sui calci piazzati. Anche l'1-1 nella partita di andata contro il 'Gladbach è arrivato da un calcio d'angolo nei minuti di recupero (gol di Tabakovic da subentrato, ndr).

Commenti

Post popolari in questo blog

I 100 cattivi del calcio

Chi sono Augusto e Giorgio Perfetti, i fratelli nella Top 10 dei più ricchi d’Italia?

Echoes' Cycling Biography #4: Jean-Pierre Monseré