Der Fünf-Jahres-Plan des Christian Ilzer


Jedermanns Liebling: 
Christian Ilzer und seine Mannschaft bilden längst eine Einheit. (Foto dpa)

Mit verschiedenen ansätzen kontinuierlich Punkte sammeln: Die TSG Hoffenheim steht auf Platz drei der Tabelle. Die graz-Connection fruchtet.

19 Jan 2026 - Frankfurter Allgemeine Zeitung
Roland Zorn

Sinsheim - Mit viel Tempo auf den zweiten Pfosten schießen. “So beschrieb Wouter burger seine kunstvolle Freistoßvariante, den ball von der rechten Strafraumkante ins linke Toreck zu heben. burger hatte also einen Plan, einen, den er sich früh zurechtlegte: Der 1,91 Meter lange Mittelfeldspieler der TSG Hoffenheim übte am Morgen vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayer 04 Leverkusen in der Sinsheimer arena Freistöße. und da übung den Meister macht, schaute der später verletzt gegen Janis blaswich ausgewechselte Leverkusener Torhüter Mark Flekken, niederländer wie burger, dem ball nur staunend hinterher, statt aktiv einzugreifen. Damit war schon nach neun Minuten das Duell zwischen den bis in die Champions-League-ränge vorangekommenen nordbadenern und dem deutschen Meister von 2024 entschieden.

Allerdings sah vermutlich jeder der rund 27.000 Zuschauer im Stadion schon früh, wer beim 1:0-Sieg in Sinsheim die spielbestimmende, energischere und zielstrebigere Mannschaft war. nämlich die TSG, die in den ersten zwanzig Minuten mit ihrem offensiven Manngegen-Mann-Pressing den auf ein zügiges Kombinationsspiel vergeblich lauernden rheinländern entscheidend voraus war.

Die späten, in der zweiten Hälfte etwas intensivierten Versuche, doch noch auf dem Hoffenheimer Terrain Fuß fassen zu können, verliefen erfolglos. So richtig zwingend wurde die Werkself nie, die nach dem 1:4-Desaster bei der Heimniederlage gegen den VFB Stuttgart auch ihr zweites Punktspiel im neuen Jahr verlor. Fürs Erste ist die Mannschaft des dänischen Trainers Kasper Hjulmand auf rang sechs zurückgefallen. So viel aber ist längst gewiss: Die TSg Hoffenheim hat sich ob ihres intensivfußballs, zelebriert von einer leidenschaftlichen Mannschaft, zumindest für die nächste ChampionsLeague-ausgabe empfohlen. und das nach einer schwierigen Saison 2024/25, die die TSG am rand der abstiegsränge unter ihrem im Laufe der Saison gekommenen Trainer Christian ilzer beendete. Den 48 Jahre alten Österreicher, Ende november 2024 als nachfolger von Pellegrino Matarazzo verpflichtet, wollte danach so mancher Fan und insider bei der TSg am liebsten rasch wieder loswerden. ilzer aber, gestützt von seinem Landsmann andreas Schicker, Hoffenheims Sportgeschäftsführer, mit dem er schon bei Sturm graz arbeitete, blieb. Zum glück.

Vom Sommer 2025 an starteten die beiden eine wertvolle Personalauffrischung. nach Monaten des abstiegskampfs begann ein aufbauprogramm: mit zehn neuen Spielern, die dem Profil der Mannschaft nach zwanzig abgängen aus dem alten Ensemble eine neue Qualität

und kreative Frische gaben. inzwischen wirkt die rundumerneuerung in allen Mannschaftsteilen derart stimmig, als spielte die TSg des Jahrgangs 2025/26 schon seit Langem in der jetzigen besetzung. Der Kosovare Albian Hajdari, gekommen vom FC Lugano, dirigiert als abwehrchef die Defensive. ihm zur Seite stehen der international erfahrene Tscheche Vladimir Coufal auf der rechten und der vom VfL bochum gekommene brasilianer bernardo auf der linken Verteidigungsseite. Wouter burger, der Chefstratege, kam vom englischen Zweitligaklub Stoke City, gestützt wird er von seinem konsequent aufräumenden kosovarischen Kollegen Leon avdullahu, der vom schweizerischen Meister FC basel verpflichtet wurde. im angriff wirbeln Tim Lemperle, gekommen vom 1. FC Köln, der von einer Leihe an die SV Elversberg zurückgeholte Fisnik asllani sowie der kroatische altmeister . alle drei trafen in dieser Saison bisher sechsmal. Letzterer feierte am Samstag sein zehnjähriges Dienstjubiläum mit seiner Mannschaft, den TSG-Fans, darunter 2000 Landsleuten des rekordtorschützen (132 bundesligatreffer), und dem Trainerteam.

Diese Mischung aus langjährigen Hoffenheimern wie Kramarić und denjenigen, die eine neue Frische mitbrachten, prägt den intensivfußball der TSG. Er setzt sich aus einem rasanten Spielaufbau, einem aggressiven Zweikampfverhalten in den meistens bestandenen Mann-gegen-Mann-Duellen und aus einem hohen Spieltempo zusammen. Das Team aus dem Kraichgau wählt dabei unterschiedliche ansätze: mal kreativ und mit Spielfreude wie zuletzt beim 5:1-Heimsieg über borussia Mönchengladbach, mal mit der Wucht eines robusten Kollektivs wie am Samstag gegen Leverkusen oder auch mal mit destruktiven Spielelementen wie beim 0:0 gegen den gleichstarken VFB in Stuttgart Ende Dezember, als Zweckmäßigkeit vor Schönheit gefragt war. Mit verschiedenen Strategien kontinuierlich punkten zu können, zeichnet die TSg Hoffenheim unter ilzers anleitung aus.

Der Österreicher ist inzwischen wohl jedermanns Liebling in und rund um Hoffenheim, weil er sich mit seiner autorität und seiner Spielphantasie bei der TSG durchgesetzt hat und längst mitsamt seiner Mannschaft eine Einheit bildet. Der Steiermärker, der 2024 Sturm graz zur Meisterschaft in Österreich führte, hat im März 2025 mitten im abstiegskampf einmal gesagt, dass er mit Hoffenheim „spätestens in fünf Jahren um die Meisterschaft spielen“ wolle. Eine gewagte Prognose, die inzwischen nicht mehr ganz wirklichkeitsfremd klingt.

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