Younes Ebnoutalib: „Gelernt, mich zu wehren“


Foto HuebnerDem Chef dicht auf den Fersen: Younes Ebnoutalib (Mitte) im Zweikampf mit Eintracht-Kapitän Robin Koch

6 Jan 2026 - Frankfurter Allgemeine Zeitung
Von Peter Heß

FRANKFURT Ein gescheitertes Auslands-Engagement hat Younes Ebnoutalib stärker gemacht. Nun will der Straßenfußballer mit Kampfsport-Vergangenheit bei der Eintracht durchstarten.

Lieber in die Sonne und zwei Reisetage verlieren oder Zeit sparen, in der Heimat trainieren und frieren? Borussia Dortmund entschied sich für die warme Variante, um sich nach einer kurzen Weihnachtspause auf den zweiten Teil der Bundesligasaison vorzubereiten, die Frankfurter Eintracht für die kalte. Am Freitag (20.30 Uhr bei Sky) treffen die beiden Mannschaften in der Arena im Frankfurter Stadtwald aufeinander, wer gewinnt, hat die richtige Entscheidung getroffen.

Der Trainingsplatz gegenüber der Gegentribüne des Stadions präsentierte sich am Montag trotz einer Außentemperatur von minus drei Grad jedenfalls in tadellosem Zustand, und die EintrachtProfis zeigten sich von der Kälte unbeeindruckt, die Abwehrrecken Arthur Theate und Rasmus Kristensen sogar in kurzen Hosen.

Einem Spieler gelang es auf eine andere Weise, Eindruck zu machen – Younes Ebnoutalib. Vor kurzem vom Zweitligaklub Sportvereinigung Elversberg in der Hoffnung verpflichtet, möglichst schnell möglichst viele Tore zu erzielen, schoss er in einer Dreier-Serie von Kleinfeld-Trainingsspielen vier Tore. Wie er antizipierte, sich bewegte und in einigen Szenen gegen die besten Eintracht-Abwehrspieler durchsetzte, suggerierte zumindest, dass es mit dem neuen Burkhardt-Ersatzstürmer besser klappen könnte als mit den alten Wahi und Batshuayi.

„Es ist eine Ehre, hier zu sein, ein Traum, für meine Stadt zu spielen“, sagte Ebnoutalib nach dem Training. Der Stürmer hat zwei große Vorteile gegenüber seinen Vorgängern. Erstens ist er in einer sehr guten Form an den Main gekommen (zwölf Saisontore) und zweitens kehrte er in seine Heimat zurück, musste sich also nicht erst an eine neue Umgebung oder Fußball-Kultur gewöhnen. Im Frankfurter Nordwesten aufgewachsen, Kalbach, Heddernheim und die Nordweststadt waren sein Revier, war die Eintracht von klein auf sein großer Bezugspunkt zum Fußball.

In Bettwäsche mit dem Adler bedruckt, träumte er von seiner großen Karriere. Er träumte nicht nur, sondern arbeitete mit viel größerer Akribie, Konsequenz und Leidenschaft auf sein Ziel hin, als seine Altersgenossen. Dass er schon mal die Schule schwänzte, um Fußball zu spielen, mag normal sein, dass er sich weigerte, Fastfood zu essen, um fit zu bleiben, ist eher ungewöhnlich. „Christiano Ronaldo war schon immer mein großes Vorbild. Und auch er hat unheimlich viel trainiert, um seinen Körper zu optimieren“, sagt Ebnoutalib.

Viel von seiner Einstellung und seiner Disziplin ist ihm von seinem Vater vermittelt worden. Faissal Ebnoutalib gewann für Deutschland 2000 in Sydney Olympisches Silber im Taekwodo und betreibt in Frankfurt eine Kampfsportschule, nachdem er seine Karriere als Hochleistungssportler beendet hatte. „Seit ich drei war hat er mich zum Training mitgenommen, wie meine Schwester und meinen Bruder. Von ihm haben wir gelernt, niemals aufzugeben, immer weiterzumachen.“Was ihm geholfen hat, mit der bitteren Seite des Profifußballs fertig zu werden.

Mit 18 hatte er ein Angebot aus Italien angenommen, das ihm und seinem Berater vielversprechend erschien. Der AC Perugia spielte damals in der Zweiten Liga. Aber der Klub behandelte das Talent alles andere als mitfühlend. Bei seinem allerersten Training wurde er vom Manager angebrüllt, was er denn auf dem Platz zu suchen habe und er solle sich zum Teufel scheren. „Da war die Kommunikation nicht ganz gerade gelaufen“, kommentierte Ebnoutalib am Montag süffisant.

Heute kann er über so etwas lächeln, damals war es eine Qual für ihn. Auch dass er sich mit mehreren Spielern ein Zimmer teilen musste, dass sich niemand um ihn kümmerte, als er sich einen Fußbruch zugezogen hatte. „Eigentlich hätte ich sofort wieder gehen müssen. Aber es war gut, dass ich durchgehalten habe, sonst wäre ich heute wohl nicht in Frankfurt“, sagt der Stürmer. „Ich habe mich charakterlich und mental unheimlich weiterentwickelt in dieser Zeit. Ich war zu ruhig damals, ich habe gelernt, mich zu wehren.“

Der FC Gießen überzeugte ihn, in der Regionalliga seine Laufbahn fortzusetzen, wegen der Nähe zu Frankfurt und weil keine höherklassige Klubs Interesse zeigten. Dort blieb sein Talent nicht verborgen, Elversberg verpflichtete ihn in der Winterpause 2024/25. Nach einem halben Jahr Eingewöhnungszeit avancierte Ebnoutalib in dieser Hinrunde zum Zweiligatorjäger. Und die Eintracht traut ihm zu, auch in der ersten Liga regelmäßig zu treffen. Sie überwies fast zehn Millionen Euro Ablöse nach Elversberg.

Hält er sich schon für bundesligareif oder muss er noch lernen? „Ich fühle mich bereit, ich will bereit sein“, beantwortete der Profi am Montag die Frage, setzte aber hinzu: „Natürlich kann man immer dazulernen, und das will ich auch unbedingt.“Ebnoutalib vermittelte bei seinem ersten größeren Medienauftrit einen selbstbewussten, aber keinen angeberischen Eindruck. Von seinen Stärken kann er unbefangen sprechen: „Abschluss, Tempo, Spritzigkeit, Physis.“Auch seine Ballbehandlung ist mehr als ordentlich, er bezeichnet sich als Straßenfußballer.

Alle Trainer hoben bisher seine seltene Mischung aus Größe (1,91 Meter), Beweglichkeit und Schnelligkeit hervor. Was neben seinem fußballspezifischen Talent auch mit der Grundschule des Taekwondo zu tun hat, die er durch seinen Vater genossen hat. „Taekwondo hat mir sehr viel geholfen, ich hatte zum Beispiel noch nie eine Muskelverletzung.“Auch die Fußball-Ikonen Zlatan Ibrahimovic und Robert Lewandowski profitierten eine Fußballkarriere lang von ihrer Kampfsport-Vergangenheit.

Wer Ebnoutalib im Training gegen Robin Koch bestehen sah, kann sich vorstellen, dass seine Fähigkeiten auch auf Bundesliga-Niveau greifen werden. Aber sicher ist das noch lange nicht. Was sicher ist: „Ich werde alles reinhauen, um die Erwartungen zu erfüllen.“

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Foto Huebner - Alle calcagna del capo: Younes Ebnoutalib (al centro) 
in duello con il capitano dell'Eintracht, Robin Koch

“Ho imparato a difendermi”

FRANCOFORTE - La fallimentare esperienza all'estero ha reso Younes Ebnoutalib più forte. Ora il calciatore di strada con un passato nelle arti marziali vuole dare il via alla sua carriera nell'Eintracht.

6 gennaio 2026 - Frankfurter Allgemeine Zeitung
di Peter Heß

Meglio andare al sole e perdere due giorni di viaggio o risparmiare tempo, allenarsi in patria e congelarsi? Il Borussia Dortmund ha scelto l'opzione calda per prepararsi alla seconda parte della stagione di Bundesliga dopo una breve pausa natalizia, mentre l'Eintracht Francoforte ha scelto quella fredda. Venerdì (alle 20:30 su Sky) le due squadre si affronteranno all'Arena im Frankfurter Stadtwald: chi vincerà avrà preso la decisione giusta.

L'allenamento di lunedì, nonostante una temperatura esterna di -3 gradi, si è svolto in condizioni perfette sul campo di fronte alla tribuna opposta dello stadio, e la prima squadra dell'Eintracht non sembrava affatto infastidita dal freddo, con i difensori Arthur Theate e Rasmus Kristensen che indossavano addirittura pantaloncini corti.

Un altro giocatore è riuscito a fare colpo in modo diverso: Younes Ebnoutalib. Recentemente ingaggiato dall'Elversberg, club di seconda divisione, con la speranza di segnare il maggior numero possibile di gol nel minor tempo possibile, ha realizzato 4 reti in una serie di tre partitelle di allenamento su campo ridotto. Il modo in cui ha anticipato, si è mosso e in alcune azioni ha avuto la meglio sui migliori difensori dell'Eintracht ha suggerito, almeno, che il nuovo attaccante sostituto di Burkhardt potrebbe funzionare meglio dei vecchi Wahi (prestato al Nizza, ndr) e Batshuayi (infortunato, frattura di una caviglia, ndr).

“È un onore essere qui, un sogno giocare per la mia città”, ha detto Ebnoutalib dopo l'allenamento. L'attaccante ha due grandi vantaggi rispetto ai suoi predecessori. In primo luogo, è arrivato sul Meno in ottima forma (12 gol in stagione) e, in secondo luogo, è tornato nella sua città natale, quindi non ha dovuto abituarsi a un nuovo ambiente o a una nuova cultura calcistica. Cresciuto nella zona nord-ovest di Francoforte, Kalbach, Heddernheim e Nordweststadt erano i suoi territori, e fin da piccolo l'Eintracht è stato il suo grande punto di riferimento calcistico.

Avvolto nelle lenzuola con stampata l'aquila, sognava la sua grande carriera. Non si limitava a sognare, ma lavorava con molta più meticolosità, costanza e passione dei suoi coetanei per raggiungere il suo obiettivo. Che saltasse la scuola per giocare a calcio può essere normale, ma che rifiutasse di mangiare fast food per mantenersi in forma è piuttosto insolito. “Christiano Ronaldo è sempre stato il mio grande idolo. Anche lui si è allenato tantissimo per ottimizzare il suo fisico”, dice Ebnoutalib.

Gran parte del suo atteggiamento e della sua disciplina gli sono stati trasmessi da suo padre. Faissal Ebnoutalib ha vinto la medaglia d'argento olimpica nel taekwondo per la Germania a Sydney nel 2000 e, dopo aver concluso la sua carriera di atleta agonista, gestisce una scuola di arti marziali a Francoforte. “Da quando avevo tre anni mi portava con sé agli allenamenti, come mia sorella e mio fratello. Da lui abbiamo imparato a non mollare mai, a continuare sempre”. Questo lo ha aiutato ad affrontare il lato amaro del calcio professionistico.

A 18 anni aveva accettato un'offerta dall'Italia che sembrava promettente sia a lui che al suo agente. All'epoca il Perugia militava in Serie B (retrocesse da 18esimo, ndr). Ma il club trattò il giovane talento in modo tutt'altro che comprensivo. Al suo primo allenamento, l'allenatore (Fabrizio Castori, ndr) gli urlò contro chiedendogli cosa ci facesse in campo e dicendogli di andarsene al diavolo. “La comunicazione non era stata proprio perfetta”, ha commentato Ebnoutalib lunedì con sufficienza.

Oggi può sorridere di queste cose, ma all'epoca per lui era una tortura. Anche il fatto di dover dividere la stanza con diversi giocatori e che nessuno si fosse preso cura di lui quando si era rotto un piede. “In realtà avrei dovuto andarmene subito. Ma è stato un bene che abbia tenuto duro, altrimenti oggi non sarei a Francoforte”, dice l'attaccante. “In quel periodo sono cresciuto moltissimo dal punto di vista caratteriale e mentale. Allora ero troppo tranquillo, ho imparato a difendermi”.

Il Gießen lo ha convinto a continuare la sua carriera nella Regionalliga, sia per la vicinanza a Francoforte, sia perché nessun club di categoria superiore aveva mostrato interesse. Là il suo talento non è rimasto nascosto, l'Elversberg lo ha ingaggiato nella pausa invernale 2024/25. Dopo sei mesi di adattamento, Ebnoutalib è diventato un cacciatore di gol nella seconda divisione in questo girone di andata. E l'Eintracht crede che possa segnare con regolarità anche in prima divisione. Ha versato quasi dieci milioni di euro (in realtà 8, ndr) di indennizzo all'Elversberg.

Si ritiene già pronto per la Bundesliga o deve ancora imparare? “Mi sento pronto, voglio essere pronto”, ha risposto lunedì alla domanda, aggiungendo però: “Naturalmente si può sempre imparare qualcosa di nuovo, e io voglio farlo assolutamente”. Nella sua prima apparizione mediatica di rilievo, Ebnoutalib ha dato un'impressione di sicurezza, ma senza essere presuntuoso. È in grado di parlare con disinvoltura dei suoi punti di forza: “Conclusione, velocità, vivacità, fisicità”. Anche il suo controllo di palla è più che discreto, si definisce un calciatore di strada.

Tutti gli allenatori hanno finora sottolineato la sua rara combinazione di statura (1,91 metri), agilità e velocità. Oltre al suo talento calcistico, questo ha anche a che fare con la scuola di taekwondo che ha frequentato grazie a suo padre. “Il taekwondo mi ha aiutato molto, ad esempio non ho mai avuto un infortunio muscolare”. Anche le icone del calcio Zlatan Ibrahimovic e Robert Lewandowski hanno beneficiato del loro passato nelle arti marziali durante tutta la loro carriera calcistica.

Chi ha visto Ebnoutalib prevalere su Robin Koch durante l'allenamento può immaginare che le sue capacità saranno efficaci anche a livello di Bundesliga. Ma questo non è ancora certo. Quello che è certo è che “darò il massimo per soddisfare le aspettative”.

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