Union verliert gegen Mönchengladbach
Der Gladbacher Kevin Diks (Mi.) schockte den 1. FC Union spät.
Berlin tut sich lange schwer gegen den Gegner vom Niederrhein. In der Nachspielzeit führt ein Foul zum Sieg der Borussia.
1 Mar 2026 - Der Tagesspiegel
Steffen Baumgart blickte resigniert in Richtung des Schiedsrichters Matthias Jöllenbeck. Dieser hatte gerade auf dem Platz verkündet, dass die Freistoßentscheidung gegen den 1. FC Union nochmal vom Videoschiedsrichter gecheckt wurde. „Nach Prüfung war das Vergehen innerhalb, Entscheidung: Elfmeter“, sagte Jöllenbeck. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kevin Diks sicher und sorgte damit in der Nachspielzeit für den 1:0 (0:0)-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen die Mannschaft von Trainer Baumgart.
Während die Unioner über weite Strecken sehr defensiv agierten und sich kaum Torchancen erspielten, übte die Borussia vor allem in Halbzeit zwei immer mehr Druck aus und belohnte sich schließlich vor 52.488 Zuschauern (90.+4 Minute). Gladbach beendete damit die Negativserie von sieben sieglosen Spielen am Stück und sandte ein Lebenszeichen im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Das Team von Trainer Eugen Polanski kletterte mit nunmehr 25 Punkten in der Tabelle auf Rang zwölf. Die Berliner, die in der Woche zuvor ihren Negativlauf beendet hatten, halten mit 28 Zählern noch einen Sicherheitsabstand zu den Abstiegsrängen.
Die Gladbacher präsentierten sich nach einer intensiven Trainingswoche, die mit einer emotionalen Kabinenansprache von Präsident Rainer Bonhof begann, in neuer Formation nach den vergangenen beiden Niederlagen. So erhielt der 17 Jahre alte Offensivspieler Wael Mohya seine erste StartelfChance. Zudem griff Trainer Polanski wieder auf die beiden Mentalitätsspieler Rocco Reitz nach Gelbsperre und Jens Castrop zurück.
Castrop hatte auch gleich in der 7. Minute die erste gute Möglichkeit für die Gastgeber, der 22-Jährige scheiterte aber an Union-Keeper Frederik Rönnow. Fünf Minuten später tauchte der junge Mohya erstmals vor dem Tor der Gäste auf, vergab die Chance aber. Einen Kopfball von Haris Tabakovic entschärfte Rönnow kurz darauf.
Die Köpenicker waren nach dem 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen durch die Gelbsperre von Andrej Ilić zu einer Änderung gezwungen. Für ihn rückte Oliver Burke in die Anfangsformation. Auch Kapitän Christopher Trimmel kehrte in die Startelf zurück, kassierte aber völlig unnötig frühzeitig eine Gelbe Karte und wurde zur zweiten Halbzeit ausgewechselt. Für ihn kam der wieder genesene Janik Haberer.
Union stand defensiv ordentlich, hatte wie zu erwarten wenig Ballbesitz und kam kaum zu gelungenen Offensivaktionen. Nach 90 Minuten konnte das Team von Baumgart gerade mal zwei Torschüsse verzeichnen. Auch die Gefährlichkeit bei Standards kam nicht zum Tragen. Die beste Chance zur Führung vergab Diks, der kurz vor der Pause völlig freistehend über das leere Tor köpfte, nachdem Unions Torwart einen Distanzschuss von Philipp Sander mit einer starken Parade abgewehrt hatte.
Nach 65 Minuten schienen sich die Angriffsbemühungen der Gastgeber zu lohnen. Nach feiner Vorarbeit von Reitz erzielte Diks das lang ersehnte Tor – doch nach Videocheck wurde der Treffer wegen einer Abseitsstellung zuvor nicht gegeben. Erst in der Nachspielzeit verwandelte Diks einen Foulelfmeter, nachdem Unions Stanley Nsoki Hugo Bolin an der Strafraumlinie getroffen hatte. (dpa/Tsp)
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