Der neue SturmPlan des HSV


27 feb 2026 - Hamburger Morgenpost
Von SIMON BRAASCH

Offensive vor Veränderungen:

Punkt für Punkt dem großen Ziel entgegen – so lautet die HSV-Marschroute vor dem HeimDoppelpack gegen Leipzig (Samstag) und Leverkusen (Mittwoch). Nach zuletzt sechs Partien ohne Pleite will der Aufsteiger weitere Ausrufezeichen im Abstiegskampf setzen. Unabhängig vom Saison-Ausgang deutet sich allerdings bereits jetzt ein größerer Umbruch im Sommer an. Vor allem in der Offensive: Bei vier von fünf Angreifern ist die Zukunft offen.Yussuf Poulsen, Robert Glatzel, Otto Stange, Ransford Königsdörffer und Damion Downs (v.l.) bilden aktuell den HSV-Sturm. Ab Sommer werden die Karten neu gemischt.

Aktuell hat Merlin Polzin die Qual der Wahl. Mit Yussuf Poulsen, Ransford Königsdörffer, Robert Glatzel, Damion Downs und Otto Stange stehen dem Trainer fünf gesunde Mittelstürmer zur Verfügung. Sie alle sollen mithelfen und dafür sorgen, dass der HSV auch im kommenden Jahr erstklassig spielen wird. Bei den meisten von ihnen aber ist völlig unklar, wer dann noch im Dress mit der Raute auflaufen wird. Am fraglichsten ist die Zukunft des Mannes, der zuletzt am besten traf. Bei Ransford Königsdörffer platzte der Knoten jüngst in Heidenheim (2:0) und mit dem Doppelpack gegen Union (3:2), aktuell steht er bei vier Saisontoren. Die Gespräche über eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages laufen. Mit offenem Ausgang. Nach MOPO-Informationen herrscht in den Verhandlungen kaum Bewegung. Der HSV würde gern mit dem 24-Jährigen verlängern, der nach Startproblemen mittlerweile Bundesliga-Niveau nachgewiesen hat. Königsdörffer aber wägt ab, sagte kürzlich: „Es kann in beide Richtungen gehen. Ich war wechselwillig nach der letzten Saison, aber ich kann mir auch vorstellen hierzubleiben. Ich weiß es aktuell nicht.“Vor der Saison scheiterte sein Sechs-Millionen-Euro-Wechsel nach Nizza am Votum der französischen Ärzte, die Knieprobleme festgestellt hatten. Unklar, wie es nun ab Sommer weitergehen wird.

Das gilt auch für Robert Glatzel (Vertrag bis 2027). Der 32-Jährige, in Liga zwei mit 73 Toren in 115 Partien top unterwegs, war nach dem Aufstieg unzufrieden mit seiner Reservistenrolle, durfte zuletzt zweimal von Beginn anran.ImWinterlagenihm Anfragen anderer Vereine vor, Glatzel aber blockte ab – weil er sich beim HSV und in der Bundesliga durchsetzen wollte. Im Sommer aber könnte die Nummer Fahrt aufnehmen. Der Publikumsliebling (ein Saisontor) weiß, dass Polzin an vorderster Front auch künftig Stürmer bevorzugen wird, die anders als er über große Stärken im Anlaufverhalten verfügen. Diese bringt Damion Downs mit, den sich der HSV im Winter aus Southampton lieh. Der Einstand des ExKölners verlief holprig, ohne Treffer und mit anschließender Blessur. Polzin und seine Kollegen aber schätzen den 21-Jährigen für sein aggressives Anlaufen, das den Gegner stresst und Ballgewinne erzwingt. Dass der HSV im Sommer die Kaufoption in Höhe von zehn Millionen Euro ziehen wird, ist utopisch. Denkbar aber ist, dass nachverhandelt und um einen deutlich geringeren Preis gepokert wird. Abzuwarten bleibt, wie sich die Situation um Otto Stange (19) entwickelt. Nachdem dessen Leihe nach Elversberg wegen zu geringer Einsatzzeiten abgebrochen wurde, spielte das Talent nach seiner HSV-Rückkehr noch keine Minute. Setzt sich der Trend fort, wird im Sommer eine erneute Leihe Thema. Ein Verkauf kommt nicht infrage: Die Bosse sehen Stange, der einen langfristigen Vertrag besitzt, als Mann der Zukunft.

Offen, wie es bei Königsdörffer, Glatzel, Downs und Stange weitergeht – und bei Yussuf Poulsen? Wenngleich sich das Verletzungspech des Ex-Leipzigers in Hamburg fortsetzte, deutet aktuell nichts auf eine Trennung im Sommer hin. Auch, weil der Kapitän (Vertrag bis 2027) in seiner Führungsrolle voll aufgeht. Unstrittig ist allerdings, dass der HSV sich sportlich mehr erhofft hatte. 13 Partien verpasste Poulsen aufgrund von Verletzungen, seinen größten Moment hatte er im Dezember mit dem Siegtor gegen Bremen (3:2). Nun hoffen alle, dass der 31-Jährige von weiteren Blessuren verschont bleibt. Eine Trennung wird intern zurzeit nicht diskutiert. Das könnte sich ändern, sollte Poulsen einen Wechselwunsch hinterlegen, worauf aktuell aber nichts hindeutet. Bei aller Wertschätzung wisBosse sen die jedoch um die Risiken, den Dänen voll einzuplanen. Auch deshalb soll der Sturm im Sommer weiter aufgerüstet werden – wahrsogar scheinlich mehrfach.

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Costa hat eine faire Chance verdient

27 Feb 2026
Hamburger Morgenpost
FREDERIK AHRENS f.ahrens@mopo.de

Die Zeit zum Durchatmen war kurz. HSV-Sportchef Claus Costa hatte gerade den vielleicht arbeitsintensivsten Januar seines Lebens hinter sich, da ging es für den in Bayern geborenen und in Westfalen aufgewachsenen Manager schon wieder in die Vollen. Der 41-Jährige sammelt seit Wochen auf einem anderen Feld Punkte. Mit öffentlichen Auftritten schärft der Ex-Profi sein Profil – und er nutzt diese Bühnen. Das Signal ist klar: Der Mann, der vor sechseinhalb Jahren als Chefscout kam und im März 2023 zum Direktor Profifußball befördert wurde, soll zeigen, dass er nicht nur hinter verschlossenen Türen überzeugt, sondern auch im grellen Licht der Öffentlichkeit glänzen kann. Dass Costa dabei eine gute Figur abgibt, mit Eloquenz und Fachwissen punktet, überrascht einige, die ihn bisher kaum kannten – und bestätigt jene, die schon länger mit ihm arbeiten. Was aber bedeutet das für die Suche des HSV nach einem neuen Sportvorstand?

In der Debatte, ob der HSV frischen Input von außen benötigt oder Costa die Chance geben sollte, sich als Vorstand zu beweisen, ist ein Faktor zu berücksichtigen: Der Klub ist mit Eric Huwer an der Spitze aktuell hervorragend aufgestellt. Der 42-Jährige, zuständig für Finanzen, Organisation, Personal und Recht, hat den HSV wirtschaftlich stabilisiert, sich als Krisenmanager bewährt und damit die Basis für den sportlichen Erfolg gelegt. Huwer nun einen renommierten Namen an die Seite zu stellen, der die Profi-Abteilung auf links dreht, könnte vielleicht die Chance bieten, ruckartig weiter nach vorn zu preschen. Es bestünde dabei aber vor allem das Risiko, behutsam Aufgebautes einzureißen. Huwer hat bewiesen, dass er mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammenarbeiten kann (man erinnere sich an die Episode mit Thomas Wüstefeld). Er muss jedoch nicht „künstlich“getestet werden. Die ganz große Lösung muss also nicht die beste sein. Die meisten öffentlich gehandelten Kandidaten stehen aber auch hierarchisch eher auf einer ähnlichen Stufe wie Costa. Einige von ihnen hätten sicher die Chance verdient, sich in Hamburg zu beweisen, weil sie an ihren aktuellen oder vorherigen Stationen unter Beweis gestellt haben, dass sie gute Arbeit leisten können. Genau das hat Costa aber eben auch getan. In Hamburg.

Es mag Kandidaten geben, die größere Namen haben, denen deswegen auch eher das Attribut der Stärke zugewiesen wird. Das aber muss mit der Realität nicht immer übereinstimmen. Markus Krösche zum Beispiel hat wie Costa nie ein Erstliga-Spiel absolviert, bekam aber nach zahlreichen starken Transfers in Paderborn und Leipzig die Chance, als Sportvorstand für Eintracht Frankfurt zu arbeiten. Eine Chance, die er eindrucksvoll genutzt hat. Weil er nicht als autoritärer Projektleiter auftritt, sondern als Teamplayer. Einen solchen wird auch der HSV brauchen, um weiter erfolgreich zu sein – und als solcher hat sich Costa schon bewährt. Eine faire Chance hat er verdient.

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Il nuovo piano d'attacco dell'HSV

27 febbraio 2026 - Hamburger Morgenpost
Di SIMON BRAASCH

Offensiva prima dei cambiamenti:

Punto dopo punto verso il grande obiettivo: questa è la strategia dell'HSV prima della doppia sfida casalinga contro il Lipsia (sabato) e il Leverkusen (mercoledì). Dopo 6 partite senza sconfitte, la neopromossa vuole lasciare un segno nella lotta per non retrocedere. Indipendentemente dall'esito della stagione, tuttavia, si profila già un grande cambiamento in estate. Soprattutto in attacco: il futuro di 4 dei 5 attaccanti è incerto. Yussuf Poulsen, Robert Glatzel, Otto Stange, Ransford Königsdörffer e Damion Downs (da sinistra) formano attualmente l'attacco dell'HSV. A partire dall'estate, le carte verranno rimescolate.

Merlin Polzin ora ha l'imbarazzo della scelta. Con Yussuf Poulsen, Ransford Königsdörffer, Robert Glatzel, Damion Downs e Otto Stange, l'allenatore ha a disposizione cinque centravanti in perfetta forma fisica. Tutti loro dovranno dare il proprio contributo affinché l'HSV continui a giocare in prima divisione anche il prossimo anno. Per la maggior parte di loro, però, non è affatto chiaro chi indosserà ancora la maglia con il rombo. Il futuro più incerto è quello dell'uomo che ultimamente ha segnato di più. Ransford Königsdörffer ha recentemente sbloccato la situazione a Heidenheim (2-0) e con la doppietta contro l'Union (3-2), è a quota 4 gol stagionali. Sono in corso le trattative per il rinnovo del suo contratto in scadenza. Con esito incerto. Secondo le informazioni di MOPO (Morgenpost, ndr), non ci sono stati progressi nelle trattative. L'HSV vorrebbe prolungare il contratto con il 24enne, che dopo alcune difficoltà iniziali ha ormai dimostrato di essere all'altezza della Bundesliga. Königsdörffer, però, sta valutando la situazione e di recente ha dichiarato: "Potrebbe andare in entrambi i modi. Dopo la scorsa stagione ero disposto a cambiare squadra, ma posso anche immaginare di restare qui. Al momento non lo so". Prima dell'inizio della stagione, il suo trasferimento al Nizza per 6 milioni di euro è fallito a causa del parere dei medici del club francese, che avevano riscontrato problemi a un ginocchio. Non è chiaro come andrà avanti la situazione a partire dall'estate.

Lo stesso vale per Robert Glatzel (contratto fino al 2027). Il 32enne, top scorer in Zweite Bundesliga con 73 gol in 115 partite, dopo la promozione era insoddisfatto del suo ruolo di riserva, ma recentemente ha potuto giocare due volte dall'inizio. In inverno ha ricevuto richieste da altre squadre, ma Glatzel ha rifiutato perché voleva affermarsi nell'HSV e nella Bundesliga. In estate, però, la situazione potrebbe cambiare. Il beniamino del pubblico (un gol in questa stagione) sa che Polzin continuerà a preferire in attacco giocatori che, a differenza di lui, hanno grandi doti di accelerazione. Queste doti le ha Damion Downs, che l'HSV ha preso in prestito dal Southampton nel mercato invernale. Il debutto dell'ex Colonia è stato difficile, senza gol e con un infortunio. Polzin e compagni apprezzano però il 21enne per la sua aggressività in fase di pressing, che mette sotto pressione gli avversari e li costringe a perdere la palla. È utopistico pensare che l'HSV eserciterà l'opzione di acquisto per 10 milioni di euro in estate. È però ipotizzabile che si rinegozi e si giochi d'azzardo per un prezzo notevolmente inferiore. Resta da vedere come si evolverà la situazione di Otto Stange (19). Dopo che il suo prestito all'Elversberg è stato interrotto a causa dello scarso minutaggio in campo, il talento non ha ancora mai giocato dopo il suo ritorno all'HSV. Se la tendenza continua, in estate si parlerà di un nuovo prestito. Una cessione è fuori discussione: i dirigenti vedono Stange, che ha un contratto a lungo termine, come l'uomo del futuro.

Resta da vedere come proseguirà la carriera di Königsdörffer, Glatzel, Downs e Stange, e quella di Yussuf Poulsen. Anche se l'ex Lipsia ha continuato a essere perseguitato dagli infortuni ad Amburgo, al momento nulla fa presagire una separazione in estate. Anche perché il capitano (contratto fino al 2027) si sta distinguendo nel suo ruolo di leader. È tuttavia indiscutibile che l'HSV si aspettasse di più dal punto di vista sportivo. Poulsen ha saltato 13 partite a causa di infortuni, il suo momento più importante è stato a dicembre con il gol della vittoria contro il Werder Brema (3-2). Ora tutti sperano che il 31enne non subisca ulteriori infortuni. Al momento non si discute internamente di una separazione. La situazione potrebbe cambiare se Poulsen dovesse esprimere il desiderio di cambiare squadra, ma al momento nulla lo fa presagire. Nonostante tutta la stima che nutrono per lui, i dirigenti sono consapevoli dei rischi che comporterebbe puntare tutto sul danese. Anche per questo motivo, in estate l'attacco dovrebbe essere ulteriormente rafforzato, apparentemente in più occasioni.

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Costa merita una possibilità equa

27 feb 2026 - Hamburger Morgenpost
FREDERIK AHRENS f.ahrens@mopo.de

Il tempo per riprendere fiato è stato breve. Il direttore sportivo dell'HSV, Claus Costa, aveva appena concluso quello che è stato forse il gennaio più intenso della sua vita, quando il manager nato in Baviera e cresciuto in Vestfalia è tornato al lavoro a pieno ritmo. Da settimane il 41enne sta raccogliendo punti in un altro campo. Con le sue apparizioni pubbliche, l'ex giocatore sta affinando il suo profilo e sta sfruttando questi palcoscenici. Il segnale è chiaro: l'uomo che sei anni e mezzo fa è arrivato come capo scout e nel marzo 2023 è stato promosso a direttore della prima squadra deve dimostrare di non essere convincente solo a porte chiuse, ma anche di saper brillare sotto i riflettori. Il fatto che Costa faccia bella figura, conquistando con la sua eloquenza e la sua competenza, sorprende alcuni che finora lo conoscevano poco e conferma chi lavora con lui da tempo. Ma che cosa significa questo per la ricerca di un nuovo direttore sportivo da parte dell'HSV?

Nel dibattito sul fatto che l'Amburgo abbia bisogno di nuovi input dall'esterno o che Costa debba avere la possibilità di dimostrare il proprio valore come membro del consiglio direttivo, occorre tenere conto di un fattore: con Eric Huwer alla guida, il club è attualmente in ottima posizione. Il 42enne, responsabile delle finanze, dell'organizzazione, del personale e degli affari legali, ha stabilizzato l'HSV dal punto di vista economico, ha dato prova di essere un ottimo gestore di crisi e ha quindi gettato le basi per il successo sportivo. Affiancare ora a Huwer un nome rinomato che rivoluzioni il reparto professionistico potrebbe forse offrire l'opportunità di fare un balzo in avanti. Tuttavia, ciò comporterebbe soprattutto il rischio di distruggere ciò che è stato costruito con cura. Huwer ha dimostrato di saper lavorare con personalità molto diverse (si ricordi l'episodio con Thomas Wüstefeld). Tuttavia, non è necessario metterlo alla prova “artificialmente”. La soluzione maggiore non è necessariamente la migliore. La maggior parte dei candidati pubblicamente quotati si trova però su un piano gerarchico simile a quello di Costa. Alcuni di loro avrebbero meritato di poter mettersi alla prova ad Amburgo, perché hanno dimostrato di saper fare un buon lavoro nelle loro attuali o precedenti posizioni. Ma è proprio quello che ha fatto Costa. Ad Amburgo.

Ci possono essere candidati con nomi più famosi, a cui quindi viene attribuito più facilmente l'attributo della forza. Ma ciò non sempre corrisponde alla realtà. Markus Krösche, ad esempio, come Costa non ha mai giocato in prima divisione, ma dopo numerosi trasferimenti di successo al Paderborn e al Lipsia ha avuto l'opportunità di lavorare come direttore sportivo per l'Eintracht Francoforte. Un'opportunità che ha saputo sfruttare in modo impressionante. Perché non si presenta come un project manager autoritario, ma come un giocatore di squadra. Anche l'HSV avrà bisogno di una figura del genere per continuare ad avere successo, e Costa ha già dimostrato di esserlo. Si merita una possibilità equa.

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