Vom Problemspieler zum Musterprofi


Antonio Rüdiger hat seine neue Rolle im DFB-Team akzeptiert.

Antonio Rüdigers Wandlung

Antonio Rüdiger sagt selbst, dass nicht mehr er, sondern Jonathan Tah jetzt der Abwehrchef ist. Doch statt zu hadern, erfindet er sich neu und bleibt unentbehrlich.

«Ich sehe etwas Positives darin, 
dass mein Name sehr viele Klicks generiert. 
Manchmal ist schlechte Presse auch gute Presse.»
   - Antonio Rüdiger, deutscher Nationalspieler

20 Jun 2026 - Der Tagesspiegel
Von Charlotte Bruch

Antonio Rüdigers Wandlung Jonathan Tah ist der neue Abwehrchef. Das waren die Worte Antonio Rüdigers, als er kürzlich nach der Leistung des Innenverteidigers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gefragt wurde. Als ein Journalist seine Vermutung äußerte, dass ihm diese Aussage schwer über die Lippen gekommen sei, antwortete er schlicht: „Dein Gefühl ist falsch.“

Generell wirkte der 33-Jährige auf der Pressekonferenz in Winston-Salem in dieser Woche tiefenentspannt. Er war zu Scherzen aufgelegt, antwortete auf kritische Fragen bedacht, aber pointiert. In der abgelaufenen Saison schrieb Rüdiger vor allem bei seinem Verein Real Madrid mit groben Foulspielen, der sogenannten Kopf-abGeste gegenüber Fans in der spanischen Liga oder Wutausbrüchen auf dem Platz negative Schlagzeilen. Zwischenzeitlich war er im Nationalteam auf Bewährung, wie es Bundestrainer Julian Nagelsmann mal formulierte.

In den jüngsten Wochen scheint der Verteidiger aber eine Wandlung durchgemacht zu haben. Und das, obwohl er sportlich nur noch die Nummer drei in der Innenverteidigung des DFB-Teams ist.

Seit Jahren war Rüdiger die Rolle des Chefs in der Abwehrkette vorbehalten gewesen, in diesem Länderspieljahr hat sich das aber geändert. Bei der WM in Nordamerika ist für den 33-Jährigen kein Platz in der Startelf vorgesehen. Als ihm Nagelsmann im März vor dem Testspiel in der Schweiz diese Entscheidung mitgeteilt hatte, habe Rüdiger „die Situation akzeptiert, wie sie ist“.

Rüdiger möchte gute Vibes verbreiten

Dass er das nicht einfach nur sagte, sondern auch so meinte, wurde bei seinem Auftritt im deutschen Camp deutlich. Er sparte nicht an Lob für seine Mitspieler wie Felix Nmecha, Nathaniel Brown oder die anderen „jungen Hüpfer“wie Jamal Musiala und Florian Wirtz. Er hob besonders die starken Leistungen seiner direkten Konkurrenten Tah und Nico Schlotterbeck hervor. So nötige ihm die herausragende Entwicklung Tahs viel Respekt ab, Schlotterbeck sei enorm „bissig in Zweikämpfen und hat einen überragenden Spielaufbau, für den sein linker Fuß Gold wert ist“. Er schloss mit den Worten: „Es sei den Jungs gegönnt.“

Rüdiger trat so auf, wie sich das Nagelsmann von seinem Vizekapitän wünschen dürfte. Schließlich steht ein guter Teamgeist für den Bundestrainer über allem. „Keiner sitzt gerne auf der Bank, aber in der Nationalmannschaft ist es noch mal etwas ganz anderes als im Verein. Wir alle haben hier nur ein Ziel, jeder ist wichtig. Und wenn man von außen Input geben kann, ist das umso besser“, sagte Rüdiger. „Es geht hier darum, mit den Leuten Spaß zu haben und gute Vibes zu verbreiten.“

Das gelingt dem 83-fachen deutschen Nationalspieler ganz offensichtlich. Er versprüht gute Laune bei Trainingseinheiten, pushte von außen beim Sieg über Curaçao und war stets einer der Ersten beim Feiern – bei Deniz Undavs besonderem Torjubel schloss er sich spontan an. In seinen 17 Minuten Spielzeit fügte er sich auch sportlich nahtlos ein und war von Sekunde eins an präsent auf dem Platz.

Es scheint ganz so, als habe Antonio Rüdiger aus seinen Fehlern gelernt. Angesprochen auf seine umstrittene Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, antwortete er reflektiert: „Ich respektiere Meinungen und bin selbst kein Kind von Traurigkeit. Ich habe viele Interviews gegeben und nehme seriöse Meinungen wahr und ernst.“

Warum er in den sozialen Medien nach wie vor der Buhmann sei, wisse er nicht, sei für ihn aber in Ordnung. „Ich sehe etwas Positives darin, dass mein Name sehr viele Klicks generiert. Manchmal ist schlechte Presse auch gute Presse“, sagte Rüdiger, der sich ohnehin lieber „mit der realen Welt“befasse.

In der Realität hat der Verteidiger am Dienstag seinen Vertrag bei Real Madrid verlängert – obwohl er auf mehreren Ebenen ein schwieriges Jahr hinter sich hat, vor allem auf körperlicher. Immer wieder wurde der Nationalspieler von Verletzungen ausgebremst. Es heißt, dass er mitunter mit großen Schmerzen gespielt habe. „Ich habe mich aber wieder zurückgekämpft. Ich wollte einfach nur fit werden und mir meinen neuen Vertrag verdienen – und das hab‘ ich.“

Für das deutsche Team ist er ebenfalls weiterhin von großer Wichtigkeit. Nagelsmann sagte mal über Rüdiger, dass er „die Familie Nationalelf extrem schützt“und sich „unglaublich committet“. Seine Einstellung spiegelt sich derzeit auf dem Platz, vor allem aber daneben wider.

Und so dürfte sein Auftreten dem DFB-Team vor dem zweiten Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste am Samstagabend (22 Uhr, ZDF und MagentaTV) den nächsten Schub geben. „Für uns ist immer der nächste Schritt, der nächste Gegner wichtig. Wir wollen gewinnen und uns frühzeitig für die K.-o.-Phase qualifizieren, absolut.“

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Papa Neuer im Video-Call mit Sohn Luca

Manuel Neuer kann während der Fußball-WM bislang nur mit Video-Calls Kontakt zu seiner Frau und seinem zwei Jahre alten Sohn in der Heimat halten. „Ich habe den Kleinen jetzt gerade quasi ins Bett gebracht vor der Pressekonferenz“, erzählte Deutschlands Rekordtorhüter lächelnd im DFBQuartier in Winston-Salem vor dem zweiten Gruppenspiel der Fußball-Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste.

„Er war noch kurz in der Badewanne gewesen und vorher beim Kinderturnen. Also, es läuft alles“, berichtete der 40 Jahre alte Papa sichtlich stolz. Während etliche Teamkollegen bereits rund um das Auftaktspiel gegen Curaçao in Houston ihre Familien bei sich hatten, waren Neuers Ehefrau Anika und der im März 2024 geborene Luca noch nicht in den USA. „Das ist auf jeden Fall schon ein Ziel“, sagte Neuer jedoch mit Blick auf den weiteren Turnierverlauf. „Ich würde mich auch freuen, wenn das der Fall ist.“

Es sei ansonsten schon „ein bisschen schwierig“, Kontakt zu halten „mit der Zeitverschiebung“. Deutschland ist North Carolina um sechs Stunden voraus. Da könne es schon mal leicht passieren, dass man mal nachts jemanden wecke daheim. „Das ist bei mir aber noch nicht der Fall gewesen“, sagte Neuer lächelnd.

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Antonio Rüdiger ha accettato il suo 
nuovo ruolo nella nazionale tedesca.

Da giocatore problematico a professionista modello

La trasformazione di Antonio Rüdiger

Antonio Rüdiger stesso afferma che non è più lui, bensì Jonathan Tah, il leader della difesa. 
Tuttavia, invece di lamentarsi, si sta reinventando e rimane indispensabile.

«Ci vedo un lato positivo nel fatto
che il mio nome generi tantissimi clic.
A volte anche la cattiva pubblicità è buona pubblicità.»
   - Antonio Rüdiger, calciatore della Nazionale tedesca

20 giugno 2026 - Der Tagesspiegel
di Charlotte Bruch

La trasformazione di Antonio Rüdiger Jonathan Tah è il nuovo leader della difesa. Queste sono state le parole di Antonio Rüdiger quando, di recente, gli è stato chiesto un parere sulla prestazione del difensore centrale della Nazionale tedesca di calcio. Quando un giornalista ha ipotizzato che quella dichiarazione gli fosse uscita a fatica, lui ha risposto semplicemente: «Ti sbagli.»

In generale, il 33enne è apparso profondamente rilassato alla conferenza stampa tenutasi questa settimana a Winston-Salem. Era di buon umore, pronto a scherzare, e ha risposto alle domande critiche in modo ponderato ma incisivo. Nella stagione appena conclusa, Rüdiger ha fatto parlare di sé soprattutto con i suoi falli violenti, il cosiddetto «gesto della decapitazione» nei confronti dei tifosi nella Liga spagnola o gli scatti d’ira in campo, soprattutto con la sua squadra, il Real Madrid. Nel frattempo, era in prova nella nazionale, come ha affermato una volta il commissario tecnico Julian Nagelsmann.

Nelle ultime settimane, però, il difensore sembra aver subito una trasformazione. E questo nonostante, dal punto di vista sportivo, sia ormai solo il numero tre nella difesa centrale della nazionale tedesca.

Per anni a Rüdiger era stato riservato il ruolo di leader nella linea difensiva, ma in questa stagione internazionale le cose sono cambiate. Ai Mondiali in Nord America non è previsto un posto nella formazione titolare per il 33enne. Quando Nagelsmann gli ha comunicato questa decisione a marzo, prima dell’amichevole in Svizzera, Rüdiger avrebbe «accettato la situazione così com’è».

Rüdiger vuole diffondere vibrazioni positive

Che non si trattasse solo di parole, ma di un pensiero sincero, è emerso chiaramente durante la sua presenza nel ritiro della nazionale tedesca. Non ha lesinato elogi per i suoi compagni di squadra come Felix Nmecha, Nathaniel Brown o gli altri «giovani talenti» come Jamal Musiala e Florian Wirtz. Ha sottolineato in particolare le ottime prestazioni dei suoi diretti rivali Tah e Nico Schlotterbeck. L’eccezionale crescita di Tah gli ha suscitato grande rispetto, mentre Schlotterbeck è estremamente «aggressivo nei duelli e ha una costruzione di gioco straordinaria, per la quale il suo piede sinistro vale oro». Ha concluso con le parole: «Me lo merito, ragazzi».

Rüdiger si è comportato proprio come Nagelsmann si aspetterebbe dal suo vice capitano. Dopotutto, per il commissario tecnico della Nazionale un buon spirito di squadra è la priorità assoluta. «A nessuno piace stare in panchina, ma in Nazionale è tutta un’altra cosa rispetto al club. Qui abbiamo tutti un unico obiettivo, ognuno è importante. E se si può dare un contributo dall’esterno, tanto meglio», ha affermato Rüdiger. «Qui si tratta di divertirsi con i compagni e diffondere vibrazioni positive».

Il giocatore, che vanta 83 presenze con la maglia della nazionale tedesca, ci riesce chiaramente. Diffonde buon umore durante gli allenamenti, ha spronato la squadra dalla panchina nella vittoria contro Curaçao ed è sempre stato tra i primi a festeggiare – si è unito spontaneamente alla speciale esultanza di Deniz Undav dopo il gol. Nei suoi 17 minuti di gioco si è integrato perfettamente anche dal punto di vista sportivo ed è stato presente in campo fin dal primo secondo.




Sembra proprio che Antonio Rüdiger abbia imparato dai propri errori. Interrogato sulla sua controversa immagine pubblica, ha risposto in modo riflessivo: «Rispetto le opinioni e non sono certo un tipo timido. Ho rilasciato molte interviste e prendo in considerazione e sul serio le opinioni serie».




Non sa perché sui social media continui a essere il capro espiatorio, ma per lui va bene così. «Vedo qualcosa di positivo nel fatto che il mio nome generi moltissimi clic. A volte anche la cattiva pubblicità è buona pubblicità», ha detto Rüdiger, che comunque preferisce occuparsi «del mondo reale».

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