Gut gelaunter Rechtsextremismus
Lehren aus der Wahl in Sachsen-Anhalt
Die AfD kann in Sachsen-Anhalt wohl regieren – und die Parteien der Mitte halten sich erstmal die Ohren zu. Sechs Lehren aus der Landtagswahl.
Kommentar von Kersten Augustin und Stefan Reinecke
Taz - 7.9.2026
Alles spricht dafür, dass zum ersten Mal seit 1945 wieder eine rechtsextreme Partei in Deutschland regieren wird. Ulrich Siegmund könnte am 6. Oktober zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Im neuen Magdeburger Landtag reicht ihm im dritten Wahlgang eine einfache Mehrheit, um Ministerpräsident zu werden. Das BSW hat angekündigt, sich zu enthalten. Siegmund braucht nur eine Enthaltung bei der CDU, oder eine geheime Ja-Stimme.
Nichts spricht dafür, dass sich die AfD an der Macht mäßigen wird. Im Gegenteil: Je näher der Erfolg rückte, desto radikaler und vulgärer trat sie auf. Sie pfeift auf Menschenrechte. Man muss befürchten, dass es nicht bei Rhetorik bleibt. Eine AfD-geführte Regierung könnte auch ohne Mehrheit im Landtag vielen das Leben zur Hölle machen. Sie kann Schulbücher zensieren und Polizisten befehlen, sie kann den Geheimdienst und Staatsanwälte anweisen. Mit dem 6. September ist der Ernstfall für die deutsche Demokratie eingetreten.
Umso verblüffender klangen die routinierten Reaktionen. Kanzleramtschefin Nina Warken will den „Reformkurs, den wir da angefangen haben, jetzt fortsetzen“. SPD-Chefin Bärbel Bas findet: „Zuerst mal muss man sagen: Wir haben unser Ergebnis gehalten“. Felix Banaszak freut sich über das tolle Grünen-Ergebnis.
Man möchte sie schütteln. Hallo, ist noch jemand zuhause? Die Katastrophe ist da, und den Vertretern der Mitte fallen nur die üblichen Worthülsen ein. Dabei hätte man vorbereitet sein können.
Was folgt aus diesem historischen Wahlabend? Dazu sechs Thesen.
1. Das Parteiensystem der Bundesrepublik zerfällt
Es bildet sich, in Ostdeutschland zuerst, ein neues Parteiensystem. Es besteht aus zwei Blöcken. Hier die AfD, die eine illiberale Demokratie à la Orbán anstrebt, auf der anderen Seite die demokratischen Parteien, von Linkspartei bis CDU, in der nur eine Minderheit eine Kooperation mit den Rechtsextremen will. Ein Konservativer wie Sven Schulze hat mit der Linken Eva von Angern politisch viel mehr gemeinsam als mit sinistren Kulturrevolutionären wie dem AfD-Vordenker Hans-Thomas Tillschneider.
Diese neue Frontlinie ist keine reine Notgemeinschaft, sondern inhaltlich begründet. Das ist der Unterschied zur Brandmauer. Westdeutsche, die nur eine von CDU oder SPD geführte Regierung mit ordentlichen Mehrheiten normal finden, halten den sächsischen Konsultationsmechanismus für eine Krücke. Aber diese bundesdeutsche Normalität endet gerade. Der Osten ist, was das Parteiensystem angeht, die Zukunft des Westens. Wenn am nächsten Sonntag ein Bundestag gewählt werden würde, müssten sich schon drei Parteien gegen die AfD verbünden.
In Magdeburg zeichnet sich nun eine verwirrende Lage ab: ein Patt zwischen AfD und dem Demokratieblock (mit unsicheren Kantonisten aus der CDU). Das BSW irrlichtert dazwischen. Es ist die größte Überraschung des Wahlabends. Sahra Wagenknecht hat mal wieder Instinkt bewiesen. Sie weiß, dass es über die AfD hinaus ausreichend Wähler gibt, die ihr Ziel teilen: Alles soll anders werden.
Es ist noch nichts entschieden, aber wahrscheinlich wird das BSW zum Steigbügelhalter für die Rechtsextremen. Eigentlich war es mal gegründet worden, um der AfD Stimmen abzunehmen. Solche Moves sind typisch für das neue Parteiensystem. Italiener können da nur müde lächeln.
2. Rechte haben bessere Laune
Lange dachte man, eine hohe Wahlbeteiligung sei gut für die Demokratie. Heute kann man sich da nicht mehr so sicher sein. Die AfD hat so viele Nichtwähler mobilisiert wie nie. Nicht die AfD ist ausmobilisiert, wie man lange hoffte. Die Demokraten sind es.
Warum? Eine Antwort ist: AfD wählen macht gute Laune. Bis vor Kurzem konnte man viele ihrer Wähler noch als Jammerlappen bezeichnen, die sich abgehängt und benachteiligt fühlten.
Nun aber hat die schlechte Laune die Seiten gewechselt. Es sind die Parteien der Mitte, die sagen, was alles nicht geht. Die Rechtsextremen dagegen laden zum Selfie ein, strahlen und schreiben auf ihre Plakate: Alles wird gut.
3. Ulrich Siegmund hat mit einem Gefühl gewonnen
Der Erfolg von Ulrich Siegmund erinnert an den Sieg von Zohran Mamdani in New York. Beide haben als lächelnde Außenseiter gewonnen. Beide sind jung, Mitte 30, und zukunftsfroh. Die Person überstrahlt – im wörtlichen Sinne – alles. Beide haben sich offensiv, aber fröhlich, mit dem politischen Establishment angelegt. Mamdani mit umsetzbaren Gleichheitsideen, um das Leben erschwinglich zu machen, Siegmund mit süß-giftigen Versprechen: Deutsche Pflegekräfte kehren aus der Schweiz zurück ins liebliche AfD-Land, weil es in Bitterfeld so schön ist.
Inhaltlich unterscheidet den weltoffenen demokratischen Sozialisten von dem rechtsextremen Posterboy alles. Aber beide haben mit Social Media, Optimismus und einem Gefühl mobilisiert: Auf dich kommt es an. Beide haben vermittelt, dass Stolz zählt. Mamdani mit der Weigerung, sich dafür zu entschuldigen, Muslim und Sozialist zu sein. Siegmunds Performance in Sachsen-Anhalt zielte auf den Stolz der Ostwähler. Das ist etwas mehr als die Binse, dass man Wahlen mit Personalisierung gewinnt. Es ist ein politisches Modell, das in den Parteizentralen der Ex-Volksparteien ratlos bestaunt wird.
4. Jetzt bitte keinen westdeutschen Kulturkampf
Ein Finanzminister in Schwaben will einer möglichen AfD-Regierung in Magdeburg am liebsten das Geld streichen. Und mancher Wessi schimpft jetzt auf den Osten. Dem westdeutschen Bürgertum scheint, jedenfalls wenn man dem Spiegel und der FAZ folgt, wirklich der Geduldsfaden zu reißen. Wir zahlen den Soli – und dann wählen die Faschisten? Die Debatte wirkt wie eine Zeitreise in die 90er Jahre. Der erziehungsberechtigte Westen droht dem verstockten Ost-Kind mit Entzug des Taschengelds.
Kein Geld für Rechtsextreme, das klingt erst mal verständlich, ist aber toxisch. Es ist nur das Echo der AfD-Strategie, die von Spaltungen lebt: Deutsche gegen Migranten, Ost gegen West. Falls ein AfD-Ministerpräsident gegen die Verfassung verstößt, kann Berlin per Bundeszwang nach Artikel 37 des Grundgesetzes dem Land den Geldhahn zudrehen. Darüber wird man reden, wenn es der Fall ist. Nicht jetzt. Und nüchtern, ohne westliche Bestrafungsphantasien.
5. Dieses Ergebnis ist ein Schock, aber keine Überraschung
Dieses Wahlergebnis ist ein Schock, es ist niederschmetternd, nicht nur für DemokratInnen in Sachsen-Anhalt. Aber überraschend ist es nicht.
Seit Jahren haben die Parteien der Mitte keinen Weg gefunden, die AfD aufzuhalten. Sie wächst und wächst. Friedrich Merz wollte die AfD halbieren, jetzt hat er geholfen, die CDU in Sachsen-Anhalt zu halbieren. Die Niederlage der Union ist auch Ausdruck der dampfenden Enttäuschung über die Bundesregierung. Wenn Schwarz-Rot bei seinem Kurs – Sozialkürzungen und Aufrüstung – bleibt, wird Sachsen-Anhalt nicht der letzte Wahlsieg der AfD bleiben. Höchste Zeit, dass sich die demokratischen Parteien etwas anderes überlegen.
6. Es braucht eine demokratische Alternative
Seit Jahren dreht sich die Debatte um die AfD. Spricht man mit Engagierten aus der ostdeutschen Zivilgesellschaft, heißt es oft genervt: Ich will mal über meine Themen reden, und nicht immer nur darüber – nützt oder schadet das den Rechtsextremen?
Alle gegen die AfD – das war nicht erfolgreich. Auf diesem Feld kann man nur verlieren, weil die AfD immer Aufmerksamkeit gewinnt. Es muss darum gehen, die Konfliktlinie zu verschieben. Vor nicht allzu langer Zeit gab es einen SPD-Politiker, der mit einer Umverteilungsforderung (Mindestlohn) und einem Gefühl (Respekt) ins Kanzleramt kam. Erinnert sich jemand?
Auch der aktuelle Wahlkampf in Berlin ist auf den Konflikt um Mieten und Vergesellschaftung zugespitzt, auf eine Macht- und Verteilungsfrage. Bei dieser Debatte macht die AfD keinen Stich. Im richtigen Moment Verteilungsthemen nach vorn zu rücken, ist viel effektiver als jede Brandmauer.
Die Engagierten stärken
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion.
Ressortleiter Inland
Kersten Augustin leitet das innenpolitische Ressort der taz. Geboren 1988 in Hamburg. Er studierte in Berlin, Jerusalem und Ramallah und wurde an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München ausgebildet. Er war stellvertretender Ressortleiter der neu gegründeten wochentaz und leitete das Politikteam der Wochenzeitung. In der wochentaz schreibt er die Kolumne „Materie“. Seine Recherchen wurden mit dem Otto-Brenner-Preis, dem Langem Atem und dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet.
Korrespondent Parlamentsbüro
Stefan Reinecke arbeitet im Parlamentsbüro der taz mit den Schwerpunkten SPD und Linkspartei.
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Ulrich Siegmund dopo la vittoria elettorale
Foto: Hendrik Schmidt/dpa
L'estremismo di destra sorride
Lezioni dalle elezioni in Sassonia-Anhalt
L’AfD sembra poter governare in Sassonia-Anhalt – e i partiti di centro, per il momento, fanno finta di niente. Sei lezioni dalle elezioni regionali.
Commento di Kersten Augustin e Stefan Reinecke
Taz.de
7 settembre 2026
Tutto lascia presagire che, per la prima volta dal 1945, un partito di estrema destra tornerà a governare in Germania. Ulrich Siegmund potrebbe essere eletto primo ministro il 6 ottobre. Nel nuovo Landtag di Magdeburgo, gli basterà una maggioranza semplice al terzo scrutinio per diventare primo ministro. Il BSW ha annunciato che si asterrà. A Siegmund basta un’astensione da parte della CDU o un voto favorevole segreto.
Nulla lascia presagire che l’AfD modererà la propria linea una volta al potere. Al contrario: più il successo si avvicinava, più il partito si mostrava radicale e volgare. Se ne infischia dei diritti umani. C’è da temere che non si tratti solo di retorica. Un governo guidato dall’AfD potrebbe rendere la vita un inferno a molti, anche senza una maggioranza nel Landtag. Può censurare i libri di testo e dare ordini alla polizia, può impartire direttive ai servizi segreti e ai pubblici ministeri. Con il 6 settembre è iniziata una fase critica per la democrazia tedesca.
Le reazioni, così disinvolte, sono apparse ancora più sorprendenti. La capo di gabinetto della Cancelleria, Nina Warken, intende «proseguire ora il percorso di riforme che abbiamo avviato». La leader dell’SPD, Bärbel Bas, afferma: «Innanzi tutto bisogna dire: abbiamo mantenuto il nostro risultato». Felix Banaszak è soddisfatto dell’ottimo risultato dei Verdi.
Viene voglia di scuoterli. Ehi, c’è ancora qualcuno in casa? La catastrofe è alle porte, e ai rappresentanti del centro vengono in mente solo le solite frasi di circostanza. Eppure ci si sarebbe potuti preparare.
Che cosa ne consegue da questa storica serata elettorale? Ecco sei ipotesi al riguardo.
1. Il sistema partitico della Repubblica Federale sta crollando
Si sta formando, innanzi tutto nella Germania orientale, un nuovo sistema partitico. È costituito di due blocchi. Da una parte l’AfD, che aspira a una democrazia illiberale alla Orbán, dall’altra i partiti democratici, dal Partito di Sinistra alla CDU, in cui solo una minoranza vuole una cooperazione con l’estrema destra. Un conservatore come Sven Schulze ha politicamente molto più in comune con la sinistra di Eva von Angern che con sinistri rivoluzionari culturali come l’ideologo dell’AfD, Hans-Thomas Tillschneider.
Questa nuova linea di fronte non è una semplice alleanza di convenienza, ma è fondata su contenuti concreti. È questa la differenza rispetto al «muro tagliafuoco». I tedeschi dell’Ovest, che considerano normale solo un governo guidato dalla CDU o dalla SPD con maggioranze consistenti, ritengono che il meccanismo di consultazione sassone sia una stampella. Ma questa normalità federale sta volgendo al termine. Per quanto riguarda il sistema partitico, l’Est rappresenta il futuro dell’Ovest. Se domenica prossima si tenessero le elezioni per il Bundestag, tre partiti dovrebbero già allearsi contro l’AfD.
A Magdeburgo si sta delineando una situazione confusa: una situazione di stallo tra l’AfD e il Blocco Democratico (con alcuni membri della CDU in bilico). Il BSW si aggira incerto tra i due. È la sorpresa più grande della serata elettorale. Sahra Wagenknecht ha dimostrato ancora una volta di avere fiuto. Sa bene che, al di là dell’AfD, ci sono abbastanza elettori che condividono il suo stesso obiettivo: tutto deve cambiare.
Nulla è ancora deciso, ma probabilmente il BSW finirà per fungere da trampolino di lancio per l’estrema destra. In realtà era stato fondato proprio per sottrarre voti all’AfD. Mosse del genere sono tipiche del nuovo sistema partitico. Gli italiani non possono che sorriderne con stanchezza.
2. La destra è di buon umore
Per molto tempo si è pensato che un’alta affluenza alle urne fosse un bene per la democrazia. Oggi non se ne può più essere così sicuri. L’AfD ha mobilitato un numero di astensionisti mai visto prima. Non è l’AfD ad aver esaurito la propria mobilitazione, come si sperava da tempo. Sono i democratici.
Perché? Una risposta è: votare AfD mette di buon umore. Fino a poco tempo fa, molti dei suoi elettori potevano ancora essere definiti dei piagnucoloni che si sentivano lasciati indietro e svantaggiati.
Ora, però, il malumore ha cambiato campo. Sono i partiti di centro a dire tutto ciò che non va. L’estrema destra, al contrario, invita a scattare selfie, sorride raggiante e scrive sui propri manifesti: «Andrà tutto bene».
3. Ulrich Siegmund ha vinto grazie a un’emozione
Il successo di Ulrich Siegmund ricorda la vittoria di Zohran Mamdani a New York. Entrambi hanno vinto come outsider sorridenti. Entrambi sono giovani, sulla trentina, e ottimisti riguardo al futuro. La persona eclissa – nel senso letterale del termine – ogni altra cosa. Entrambi si sono scontrati con l’establishment politico in modo aggressivo, ma allegro. Mamdani con idee di uguaglianza realizzabili per rendere la vita accessibile, Siegmund con promesse dolcemente velenose: gli operatori sanitari tedeschi tornano dalla Svizzera nell’amabile terra dell’AfD, perché a Bitterfeld è così bello.
Dal punto di vista dei contenuti, tutto distingue il socialista democratico cosmopolita dal ragazzo immagine dell’estrema destra. Ma entrambi hanno mobilitato le masse con i social media, l’ottimismo e un sentimento: «Dipende da te». Entrambi hanno trasmesso l’idea che l’orgoglio conta. Mamdani con il rifiuto di scusarsi per essere musulmano e socialista. La performance di Siegmund in Sassonia-Anhalt puntava sull’orgoglio degli elettori dell’Est. Questo va ben oltre l’ovvia constatazione che le elezioni si vincono con la personalizzazione. È un modello politico che viene osservato con perplessità nelle sedi centrali degli ex partiti popolari.
4. Per favore, basta con la “lotta culturale” della Germania occidentale
Un ministro delle Finanze della Svevia vorrebbe tagliare i fondi a un eventuale governo dell’AfD a Magdeburgo. E alcuni “Wessi” ora se la prendono con l’Est. Alla borghesia della Germania occidentale sembra davvero che stia finendo la pazienza, almeno stando a quanto riportano lo Spiegel e il FAZ. Noi paghiamo il «Soli» – e poi votano i fascisti? Il dibattito sembra un viaggio nel tempo negli anni ’90. L’Occidente, in veste di genitore, minaccia il bambino testardo dell’Est di togliergli la paghetta.
Niente soldi per l’estrema destra: a prima vista sembra comprensibile, ma è tossico. È solo l’eco della strategia dell’AfD, che vive di divisioni: tedeschi contro migranti, Est contro Ovest. Se un ministro presidente dell’AfD violasse la Costituzione, Berlino potrebbe, in base all’articolo 37 della Legge fondamentale, tagliare i fondi al Land tramite un provvedimento federale. Se ne parlerà quando si presenterà il caso. Non ora. E con lucidità, senza fantasie punitive da parte dell’Ovest.
5. Questo risultato è uno shock, ma non una sorpresa
Questo risultato elettorale è uno shock, è devastante, non solo per i Democratici della Sassonia-Anhalt; ma non è una sorpresa.
Da anni i partiti di centro non sono riusciti a trovare un modo per fermare l’AfD. Continua a crescere senza sosta. Friedrich Merz voleva dimezzare l’AfD, ora ha contribuito a dimezzare la CDU in Sassonia-Anhalt. La sconfitta dell’Unione è anche espressione della crescente delusione nei confronti del governo federale. Se la coalizione nero-rossa manterrà la sua linea – tagli alle prestazioni sociali e riarmo – la Sassonia-Anhalt non sarà l’ultima vittoria elettorale dell’AfD. È giunto il momento che i partiti democratici trovino una soluzione alternativa.
6. Occorre un’alternativa democratica
Da anni il dibattito ruota attorno all’AfD. Quando si parla con attivisti della società civile della Germania orientale, spesso si sente dire con fastidio: «Vorrei parlare dei miei temi, e non sempre e solo di questo: se ciò giova o nuoce all’estrema destra?»
Tutti contro l’AfD: questa strategia non ha avuto successo. Su questo terreno si può solo perdere, perché l’AfD attira sempre l’attenzione. L’obiettivo deve essere quello di spostare la linea di conflitto. Non molto tempo fa, un politico dell’SPD è arrivato alla Cancelleria con una richiesta di ridistribuzione (salario minimo) e un sentimento (rispetto). Qualcuno se lo ricorda?
Anche l’attuale campagna elettorale a Berlino si concentra sul conflitto relativo agli affitti e alla socializzazione degli alloggi, su una questione di potere e di ridistribuzione. In questo dibattito l’AfD non ha alcuna possibilità. Portare in primo piano i temi della ridistribuzione al momento giusto è molto più efficace di qualsiasi barriera protettiva.
Rafforzare chi si impegna
Dopo il successo dell’AfD alle elezioni regionali in Sassonia-Anhalt, molte persone temono per il futuro: si profila il primo governo guidato dall’AfD. Sarebbe una (ulteriore) svolta per la Germania. Proprio ora c’è bisogno di coesione e solidarietà. Anche e soprattutto con le persone che si impegnano sul territorio a favore di una società civile forte. Il Taz collabora quindi con “Alles beginnt im Zentrum”. La campagna sostiene in tutta la Germania spazi di sinistra autogestiti e sta creando un fondo di solidarietà per la loro tutela e conservazione. Una società aperta ha bisogno di un giornalismo di qualità e liberamente accessibile – e dell’impegno della società civile. Siete d’accordo? Allora partecipate e sostenete la nostra iniziativa.
Kersten Augustin
Caporedattore della sezione Interni
Kersten Augustin dirige la sezione di politica interna del Taz.
Nato nel 1988 ad Amburgo, ha studiato a Berlino, Gerusalemme e Ramallah e si è formato alla Scuola tedesca di giornalismo (DJS) di Monaco di Baviera.
È stato vicedirettore della neonata wochentaz e ha guidato la redazione politica del settimanale.
Su «wochentaz» cura la rubrica «Materie».
Le sue inchieste sono state premiate con il Premio Otto Brenner, il «Langer Atem» e il Premio Wächter della stampa quotidiana.
Stefan Reinecke
Corrispondente dell’ufficio parlamentare
Stefan Reinecke lavora nell’ufficio parlamentare del «Taz», occupandosi in particolare dell’SPD e del Partito di Sinistra.

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